
SBS News widmete seine Morgensendung am 14. September der Analyse des neu vorgestellten „Netto-Negativ-Migrations“-Plans von One Nation. Die Politikreporterin Josie Harvey betonte, dass der Vorschlag im Wesentlichen darauf beruht, keine neuen Visa mehr auszustellen – weder für Studenten, Absolventen, qualifizierte Temporärarbeitende noch für Überbrückungsvisa – und zusätzlich Überzieher abzuschieben. Barnaby Joyce erklärte, dass Familienangehörige qualifizierter Migranten nicht mehr zu den Hauptantragstellern nachkommen dürften, eine Maßnahme, die Ökonomen zufolge Talente davon abhalten wird, australische Angebote anzunehmen. Arbeitsminister bezeichneten die Politik als wirtschaftliche „Handbremse“, während moderate Liberale sie ohne massive Steuerzahlerausgaben für undurchführbar hielten. Laut von SBS zitierten Treasury-Modellen droht bei einem mehrjährigen negativen Nettozuzug eine Rezession in Ausmaß der COVID-Krise. Die Pflegegewerkschaft warnte, dass bis zu ein Drittel der Altenpflegekräfte international ausgebildet sind und nicht schnell durch heimische Arbeitskräfte ersetzt werden könnten. SBS untersuchte zudem Ausnahmen, die Landwirtschaft und Gastgewerbe schützen sollen, wobei Working-Holiday-Maker- und Pacific Australia Labour Mobility (PALM)-Visa ausgenommen bleiben. Allerdings berichteten Landwirte aus Griffith, dass die Zahl der Backpacker bereits aufgrund der separaten Aussetzung des WHM-Visums durch das Innenministerium stark zurückgeht, was Zweifel an diesen Schutzmaßnahmen aufkommen lässt. Für Fachleute im Bereich Migration bestätigt der Bericht einen Trend: Migrationspolitik ist jetzt ein zentrales Thema in der Politik. Da alle großen Parteien Kürzungen anstreben, sollten Arbeitgeber die Wege zur dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung für Schlüsselkräfte beschleunigen, über Branchenverbände Lobbyarbeit leisten und die Rekrutierung diversifizieren – etwa durch Nutzung des offenen neuseeländischen Arbeitsmarkts oder Remote-Arbeitsmodelle in Asien. SBS wird diese Woche eine Reihe von Erklärstücken veröffentlichen, wie die vorgeschlagenen Obergrenzen bestimmte Visakategorien beeinflussen könnten, was HR-Teams die Möglichkeit gibt, Führungskräfte und betroffene Mitarbeitende zu informieren.
Quelle: SBS News
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