
Der Oberste Gerichtshof Spaniens hat ein wegweisendes Urteil gefällt, das Hunderte neu angekommene Jugendliche davor bewahren könnte, als Erwachsene vor Gericht gestellt – und sogar inhaftiert – zu werden. In einem Urteil vom 29. Januar, das am 21. Februar 2026 veröffentlicht wurde, hob das höchste Gericht eine Entscheidung der Kanarischen Inseln auf, die einen 16-jährigen senegalesischen Jungen trotz vorliegender Dokumente und medizinischer Tests, die seine Minderjährigkeit belegten, vor einem ordentlichen Strafgericht verhandeln ließ. Das fünfköpfige Richtergremium rügte das Regionalgericht dafür, ein apostilliertes Geburtsurkunde „ohne triftigen Grund“ ignoriert und sich fast ausschließlich auf Knochenalters- und Zahn-Röntgenuntersuchungen gestützt zu haben, deren Fehlermargen deutlich unter 18 Jahren lagen. Unter Berufung auf die EU-Richtlinie 2013/33 und mehrere Stellungnahmen des UN-Kinderrechtsausschusses stellt der Oberste Gerichtshof klar, dass bei Zweifeln stets zugunsten der Anerkennung der Minderjährigkeit entschieden werden muss. Das Urteil bestätigt zudem, dass radiologische Tests nur eine untergeordnete Rolle spielen und bei Altersangaben immer die untere Grenze gilt, sofern sie unter der gesetzlichen Schwelle liegt. Praktisch verpflichtet das Urteil Staatsanwälte und Jugendrichter in ganz Spanien, Fotokopien ausländischer Personenstandsdokumente anzuerkennen, sofern keine objektiven Anzeichen für Fälschungen vorliegen, und medizinische Tests nur im äußersten Notfall einzusetzen. NGOs, die mit unbegleiteten Minderjährigen in Andalusien und auf den Kanarischen Inseln arbeiten, schätzen, dass jährlich bis zu 1.200 Jugendliche in Erwachsenengefängnissen untergebracht werden, während ihr Alter strittig ist; Anwälte gehen davon aus, dass die neue Rechtsprechung die regionalen Behörden zwingen wird, laufende Fälle zu überprüfen und Freilassungen zu beschleunigen. Für Unternehmen und Umzugsmanager sind die Auswirkungen indirekt, aber bedeutend. Viele multinationale Konzerne, die Gemeinschaftsprojekte in Spaniens Hafenstädten fördern, berichten von Reputationsrisiken, wenn minderjährige Migranten hinter Gittern gesehen werden. Der klarere Rechtsstandard dürfte Altersfeststellungsverfahren verkürzen, Prozesskosten für Kommunen senken und Ressourcen der Jugendhilfe freisetzen, die dann in berufliche Ausbildungsprogramme fließen können, die durch Budgets für gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen mitfinanziert werden. Auch Unternehmen, die Saisonarbeitskräfte in Landwirtschaft und Gastgewerbe beschäftigen, könnten von einem schnelleren Weg zu Aufenthaltserlaubnissen für diese Jugendlichen profitieren, sobald ihre Minderjährigkeit anerkannt ist. Menschenrechtsaktivisten bezeichneten das Urteil als „historisch“, während migrationskritische Parteien wie Vox und Partido Popular von einer „Anreizwirkung“ sprachen. Das Innenministerium hat 60 Tage Zeit, um aktualisierte Richtlinien für Polizei- und Grenzschutzkräfte zu erlassen; die regionalen Staatsanwaltschaften haben bereits interne Anweisungen verteilt, die Mitarbeiter zur sofortigen Umsetzung der neuen Kriterien verpflichten.
Quelle: El País
Wie VisaHQ helfen kann
VisaHQ vereinfacht die Visumbeantragung für Privatpersonen und Unternehmen. Prüfen Sie die aktuellen Reisebestimmungen, bereiten Sie die erforderlichen Unterlagen vor und verwalten Sie Ihren Antrag online über das VisaHQ-Portal für Spanien.Mehr von Spanien
Alle anzeigen
Die peruanische Arbeitskraft in Spanien übersteigt 100.000 und übertrifft die meisten lateinamerikanischen Länder
Balearische Inseln erwägen Fünf-Jahres-Wohnsitzregel, die britischen Käufern den Zugang erschweren könnte