
Ein 24-stündiger Streik des Bodenpersonals und der Sicherheitskräfte am Flughafen Brüssel-National am 10. März führte zu hunderten Flugausfällen und Umleitungen, die die Störungen tief nach Nordfrankreich ausweiteten. Laut The Independent zwang der Arbeitskampf – ausgelöst durch Streitigkeiten um die Rentenreform – Fluggesellschaften wie Ryanair, die Air-France-KLM-Tochter Transavia France und Brussels Airlines, Flüge kurzfristig zu streichen oder umzuleiten. Da auch der belgische Bahnoperator SNCB den Betrieb einschränkte, versuchten Tausende Reisende, Belgien über französisches Gebiet zu erreichen oder zu verlassen. Die Bahnhöfe Lille-Europe und Charles-de-Gaulle verzeichneten einen Anstieg der Eurostar- und Thalys-Buchungen am selben Tag um 22 %, während Mietwagenstationen in Lille bereits am Nachmittag keine Fahrzeuge mehr zur Verfügung hatten. Der französische Autobahnbetreiber SANEF setzte die Maut auf dem A1-Abschnitt zwischen Lille und Arras vorübergehend aus, nachdem sich Staus auf über 12 Kilometer ausgedehnt hatten. Für französische Unternehmen, die Tagesreisen zu EU- und NATO-Institutionen in Brüssel organisieren, verdeutlichte der Ausfall die Anfälligkeit der Kurzstrecken-Geschäftsreisekorridore. Geschäftsreisemanager, die von der Association Française du Travel Management (AFTM) befragt wurden, erklärten, dass dieses Ereignis den Trend zu flexiblen Multimodal-Tickets beschleunigen werde, die Flug, Bahn oder Bus zum gleichen Tarif ermöglichen. Die Auswirkungen auf die Einreise waren begrenzt, doch französische Staatsbürger und Einwohner, die über Belgien zu Langstreckenflügen reisen, wurden von den Pariser Flughäfen und dem Innenministerium angewiesen, Nachweise über Weiterreise und Unterkunft mitzuführen, falls Übernachtungen und damit Schengen-Kontrollen erforderlich werden. Die Fluggesellschaften warnten für den 11. März weiterhin vor Verzögerungen, da Flugzeuge und Besatzungen neu positioniert werden müssen. Die Gewerkschaften haben eine Frist bis zum 31. März für neue Verhandlungen mit der belgischen Regierung gesetzt, was weitere Streiks während der Oster-Hauptreisezeit wahrscheinlich macht. Mobilitätsabteilungen mit grenzüberschreitend tätigen Mitarbeitern werden aufgefordert, alternative Routen über Luxemburg oder Frankfurt zu planen und die Ausgabenrichtlinien für Last-Minute-Bahnfahrkarten zu überprüfen.
Quelle: The Independent
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