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Schweizer und Baden-Württembergische Spitzenpolitiker bekennen sich zu intensiverer grenzüberschreitender Zusammenarbeit bei Mobilität und Fachkräfteaustausch

Apr. 17, 2026
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Schweizer und Baden-Württembergische Spitzenpolitiker bekennen sich zu intensiverer grenzüberschreitender Zusammenarbeit bei Mobilität und Fachkräfteaustausch
Bern – 16. April 2026. Die Bundesräte Ignazio Cassis (Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten) und Beat Jans (Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement) empfingen am Donnerstag den scheidenden Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, in Bern. Der deutsche Nachbarstaat ist der wichtigste Handelspartner der Schweiz: Täglich pendeln über 70.000 Grenzgänger über die Grenze, und rund ein Fünftel der Schweizer Warenexporte nach Deutschland gehen nach Baden-Württemberg. Beide Delegationen lobten den „ausgezeichneten“ Stand der Beziehungen und betonten, dass in einem angespannten geopolitischen Umfeld verlässliche Verbindungen zu den unmittelbaren Nachbarn für die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und die Arbeitsmarktplanung entscheidend sind.

Im Mittelpunkt der Gespräche standen drei mobilitätsrelevante Themen. Erstens wurden Möglichkeiten zur Vereinfachung der grenzüberschreitenden Verwaltung von Aufenthalts- und Arbeitserlaubnissen erörtert, um den erwarteten Fachkräftemangel auf beiden Seiten des Rheins zu begegnen. Schweizer Behörden signalisierten ihre Bereitschaft, eine gemeinsame digitale Registrierungsplattform zu pilotieren, die es deutschen Grenzgängern ermöglicht, Beschäftigungsdaten einmalig statt kantonal separat zu aktualisieren. Zweitens wurden Bahn-Infrastrukturprojekte besprochen, die die Fahrzeiten zwischen Basel und Stuttgart verkürzen und die Kapazitäten auf der stark frequentierten Güterverkehrsachse Zürich–Ulm ausbauen sollen, um den Lkw-Verkehr durch Grenzstädte zu reduzieren. Drittens informierte Cassis Kretschmann über das „Bilaterale III“-Paket des Bundesrates und unterstrich, dass der vorhersehbare Zugang zum EU-Binnenmarkt – und zu europäischen Fachkräften – für die Schweiz strategische Priorität bleibt.

Schweizer und Baden-Württembergische Spitzenpolitiker bekennen sich zu intensiverer grenzüberschreitender Zusammenarbeit bei Mobilität und Fachkräfteaustausch


Für Arbeitgeber in der Nordostschweiz und im Hightech-Gürtel Baden-Württembergs ist das Ergebnis ermutigend. Vor dem Sommer wird eine gemeinsame Arbeitsgruppe eingesetzt, die konkrete Vorschläge zur gegenseitigen Anerkennung beruflicher Qualifikationen, beschleunigten Familiennachzugsvisa für schwer zu besetzende MINT-Berufe sowie koordinierte Kontrollen zur Bekämpfung illegaler Entsendungen erarbeiten soll. Der Bericht wird bis Oktober erwartet, damit die Maßnahmen in die Schweizerisch-deutschen Regierungskonsultationen 2027 einfließen können.

Praktische Folgen: Unternehmen, die auf Grenzgänger angewiesen sind – insbesondere Life-Sciences-Cluster in Basel und Medizintechnikzentren rund um Tübingen – sollten sich auf eine modernisierte Bewilligungsschnittstelle und mögliche Quotenverschiebungen zugunsten spezialisierter Profile einstellen. Personalabteilungen wird empfohlen, die aktuellen grenzüberschreitenden Mitarbeiterdaten auf Vollständigkeit zu prüfen, um für den Start des Pilotprojekts mit einheitlicher Anmeldung gerüstet zu sein. Pendler können mit reibungsloseren Grenzübertritten rechnen, sobald das neue digitale System die bisher wöchentlich zu stempelnden Papierbescheinigungen ersetzt.

Obwohl das Treffen teilweise als Abschied von Herrn Kretschmann diente, nutzten beide Seiten die Gelegenheit, Kontinuität in der Politik zu signalisieren: Die nächste Regierung Baden-Württembergs wird voraussichtlich Mobilität und Forschungskooperation weiterhin ganz oben auf der Schweizer Agenda halten. Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze gewinnen damit eine gewisse Planungssicherheit in einem sonst unsicheren europäischen Regulierungsumfeld.
Quelle: Swiss Federal Department of Foreign Affairs (FDFA) – press release

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