
Das Personal der spanischen Einwanderungsbehörde hat den für den 21. April geplanten Streik abgesagt, nachdem die Gewerkschaften Lohnerhöhungen von 10 bis 18 Prozent durchgesetzt und die Regierung zugestimmt hat, 700 vakante Stellen zu besetzen. Die Streikandrohung hatte Befürchtungen einer Lähmung ausgelöst, gerade jetzt, da das Massenregularisierungsprogramm von der Online-Anmeldung auf persönliche Termine umgestellt wird. Gewerkschaftsführer César Pérez erklärte, dass der Dienst derzeit weniger als 2.000 Mitarbeiter beschäftigt, die bereits rund 1,7 Millionen Fälle pro Jahr bearbeiten, was zu Rückständen von bis zu 12 Monaten führt. Ohne zusätzliches Personal könnte die erwartete Flut von bis zu 500.000 Amnestieanträgen die Wartezeiten für NIE-Nummern, Familienzusammenführungen und EU Blue Cards verdoppeln. Das Ministerium für Integration hat zugestimmt, dass nur fünf der 54 spanischen Einwanderungsämter direkt Amnestiefälle bearbeiten, während die übrigen auf Sozialversicherungsstellen, Postämter von Correos und akkreditierte NGOs verteilt werden. Für die Personalabteilungen von Unternehmen bedeutet diese Dezentralisierung, dass Mitarbeiter ihre Unterlagen auch in kleineren Städten einreichen können, was die Terminverknappung in großen Zentren wie Madrid und Barcelona verringert. Unternehmen sollten jedoch ihre Erwartungen dämpfen: Neu eingestellte Mitarbeiter müssen noch Hintergrundprüfungen und Schulungen absolvieren, sodass Entlastung erst Ende Mai zu erwarten ist. Mobilitätsteams mit entsandten Mitarbeitern, die auf die Erneuerung ihrer Aufenthaltstitel warten, sollten Zwischenlösungen wie vorläufige Reiseverlängerungen einplanen und gegebenenfalls Premium-Verarbeitungsoptionen nutzen.
Quelle: The Economic Times / Reuters