
Die Lufthansa Group bestätigte am 22. April 2026, dass sie 20.000 Kurzstreckenflüge streichen wird – etwa drei Prozent ihres Sommerflugplans – um mehr als 40.000 Tonnen Kerosin einzusparen, da die Spannungen im Nahen Osten die globale Versorgung verknappen. Die Konsolidierung betrifft alle sechs Drehkreuze der Gruppe, darunter auch Wien, wobei viele weniger frequentierte Strecken zu dichteren Verbindungen zusammengelegt werden. Während die Langstreckenverbindungen erhalten bleiben, haben die ersten 120 täglichen Streichungen bereits die Nonstop-Flüge von Wien nach Bydgoszcz und Rzeszów gestrichen, sodass Passagiere nun über München umsteigen müssen. Firmen-Mobilitätsteams sollten mit längeren Reisezeiten und möglichen Warteschlangen bei Visa-on-Arrival rechnen, wenn Flüge, die bisher innerhalb des Schengen-Raums stattfanden, auf Routen außerhalb des Schengen-Gebiets umgestellt werden. Die Ankündigung fällt mit EU-Initiativen zur Stärkung der Passagierrechte zusammen; Verkehrs-Kommissar Apostolos Tzitzikostas warnte die Airlines, dass hohe Kerosinpreise keine Entschädigungsfreiheit bei Flugausfällen rechtfertigen. Österreichische Arbeitgeber stehen daher vor einer Doppelaufgabe: Sie müssen Entsandte schnell umleiten und gleichzeitig sicherstellen, dass EU261-Ansprüche bei Verspätungen von mehr als drei Stunden geltend gemacht werden. Branchenexperten weisen zudem darauf hin, dass Wiens diversifizierte Frachtstruktur (Pharma, Mikroelektronik) ebenfalls betroffen ist. Weniger Frachtkapazitäten im Frachtraum könnten Verlader dazu veranlassen, wieder vermehrt auf den Lkw-Transport über Bratislava zu setzen, was wiederum die Stau-Situation auf der A1-Autobahn verschärft – ein versteckter Kostenfaktor für Umzugsdienstleister, die Haushaltsgüterlieferungen planen. Wichtige Empfehlung: Für Onboarding-Termine und Startdaten von Entsendungen bis mindestens Oktober 2026 großzügige Zeitpuffer einplanen. Die Beschaffung sollte erstattungsfähige Tarife sichern oder mit Travel Management Companies (TMCs) „Disruption-Pooling“-Klauseln verhandeln, damit stornierte Tickets anderweitig genutzt werden können.
Quelle: Euronews
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