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EU erwägt Schengen-weites Visaverbot für russische Kriegsveteranen, Belgien zeigt Unterstützung

Apr. 25, 2026
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EU erwägt Schengen-weites Visaverbot für russische Kriegsveteranen, Belgien zeigt Unterstützung
Bei einem Treffen der außenpolitischen Berater der EU-Mitgliedstaaten am 24. April brachte eine von Estland und Polen geführte Gruppe einen Vorschlag ein, russischen Staatsangehörigen, die in der Ukraine gekämpft haben, Schengen-Visa zu verweigern. Berichte von Euractiv und Brussels Signal zeigen, dass diese Maßnahme vor dem Europäischen Rat am 27. und 28. Juni an Fahrt gewinnt. Unter den Befürwortern gezielter Einschränkungen befindet sich auch Belgiens Außenministerin Hadja Lahbib. Anders als frühere Aussetzungen der Visafazilität zielt der neue Plan gezielt auf Personen mit nachgewiesener militärischer Beteiligung ab und nicht auf alle russischen Staatsbürger. Nach den in Brüssel kursierenden Entwürfen könnten Grenzbeamte eine gemeinsame Beobachtungsliste einsehen, die aus Kampfaufnahmen, Open-Source-Informationen und ukrainischen Gerichtsakten zusammengestellt wird. Die rechtliche Grundlage bildet Artikel 25 Absatz 1 Buchstabe a des EU-Visakodex, der eine Ablehnung aus Gründen der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit erlaubt. Belgische Diplomaten betonen, dass die Unterstützung ihres Landes direkt mit der nationalen Sicherheitsdoktrin zusammenhängt: Die Bundespolizei überprüft bereits Ankömmlinge auf Hinweise auf Kriegsverbrechen gemäß einem Rundschreiben von 2025. Ein Instrument auf Schengen-Ebene würde ihrer Ansicht nach Schlupflöcher schließen, die es auffälligen Personen ermöglichen, Visa bei nachsichtigen Konsulaten zu beantragen. Für Unternehmen mit internationalen Mitarbeitereinsätzen ist die unmittelbare Auswirkung begrenzt, da nur wenige Entsandte zur Zielgruppe gehören. Größere Probleme sieht man bei der Bearbeitungszeit: Jede zusätzliche Sicherheitsprüfung könnte zu längeren Kontrollen für alle russischen Antragsteller führen, darunter auch IT-Spezialisten, die häufig in Belgiens Datenzentrumskorridor entsandt werden. Einwanderungsanwälte empfehlen daher, bei der Beantragung von Arbeitserlaubnissen mehr Vorlaufzeit einzuplanen und die Visaanträge in Moskau statt bei Drittstaatenkonsulaten einzureichen, die möglicherweise mit Personalengpässen zu kämpfen haben. Moskau hat sich bislang nicht geäußert, doch frühere EU-Visamaßnahmen führten zu Gegeneinschränkungen und Personalreduzierungen bei EU-Vertretungen in Russland – Schritte, die bei Wiederholung die Terminverfügbarkeit weiter einschränken würden. Das belgische Konsulat in St. Petersburg arbeitet nach den Ausweisungen im Jahr 2024 bereits nur noch mit halber Kapazität.
Quelle: Brussels Signal

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