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Sechs Stunden Wartezeit und spontane Ausnahmen prägen die ersten zwei Wochen des EU-Ein- und Ausreisesystems

Apr. 27, 2026
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Sechs Stunden Wartezeit und spontane Ausnahmen prägen die ersten zwei Wochen des EU-Ein- und Ausreisesystems
Das Echtzeit-Analyseunternehmen Qsensor berichtet, dass die durchschnittlichen Wartezeiten an den Grenzkontrollen für Inhaber eines britischen Reisepasses bei der Einreise in den Schengen-Raum in den ersten zwei Wochen nach dem vollständigen Start des biometrischen Ein- und Ausreisesystems (EES) der EU am 10. April um 25 Prozent gestiegen sind. Am 26. April veröffentlichte das Unternehmen Daten, die Spitzenwartezeiten von bis zu 240 Minuten am Flughafen Paris-Charles de Gaulle und 190 Minuten am Flughafen Madrid-Barajas zeigten, da Fingerabdruckterminals ausfielen und manuelle Kontrollspuren überfüllt waren. Amsterdam, Mailand und Lissabon verzeichneten mehrere Flüge, die ohne eingecheckte britische Passagiere starteten, da diese noch in den Einwanderungsschlangen festsaßen.

Die Folgen führen bereits zu einseitigen Ausweichlösungen: Griechenland kündigte an, dass britische Staatsbürger, die direkt nach Athen oder Thessaloniki fliegen, bis mindestens September einen „nicht-biometrischen“ Kontrollkanal nutzen dürfen, um die Touristensaison zu schützen – eine Maßnahme, die von britischen Reiseveranstaltern begrüßt, von Brüssel jedoch als Untergrabung der einheitlichen EU-Regelungen kritisiert wird. Fluggesellschaften raten derweil Unternehmen, den ersten Flug des Tages zu buchen oder bei Anschlussflügen einen Puffer von zwei Stunden einzuplanen.

Sechs Stunden Wartezeit und spontane Ausnahmen prägen die ersten zwei Wochen des EU-Ein- und Ausreisesystems


Für Geschäftsreisemanager sind die operativen Herausforderungen unmittelbar spürbar: verpasste Termine, neu ausgestellte Bordkarten und ein erhöhtes Duty-of-Care-Risiko, da Reisende bis zu vier Stunden in Warteschlangen ohne Wasser oder WLAN stehen. Unternehmen mit häufigen Shuttle-Verbindungen – etwa Beratungen, Wirtschaftsprüfer und IT-Support-Teams – sollten ihre Reisegenehmigungsprozesse anpassen, um Schengen-Reisen über die am stärksten belasteten Drehkreuze besonders zu kennzeichnen.

Langfristig sollten Mobilitätsverantwortliche beachten, dass die britische elektronische Reisegenehmigung (ETA) ab dem 25. Februar 2026 für alle EU-Besucher verpflichtend wird, wobei die Gebühr ab dem 8. April auf 20 Pfund steigt. Organisationen, die ausländische Kunden oder Entsandte empfangen, müssen ETA-Prüfungen in Einladungsschreiben und Besuchermanagementsysteme integrieren – analog zu den ETIAS-Anforderungen, denen ihre Mitarbeiter bei Reisen in die EU unterliegen.

Bis sich die Systemstabilität verbessert, empfiehlt sich als Best Practice, mehr Zeit zwischen Kundenterminen einzuplanen, flexible Tickets zu buchen und Reisende darauf hinzuweisen, dass Überschreitungen der Schengen-Aufenthaltsdauer nun automatisch erkannt werden und Wiedereinreiseverbote von bis zu fünf Jahren nach sich ziehen können.
Quelle: Qsense

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