
Im Rahmen der Radiosendung „Bom Dia, Ministro“ am Dienstag (5. Mai) erklärte Tourismusminister Gustavo Feliciano, dass „der brasilianische Tourismus seine beste Zeit erlebt“ und verwies auf einen Anstieg der ausländischen Besucherzahlen im März um 13 % im Jahresvergleich auf 1,05 Millionen. Für dieses Wachstum verantwortlich sei ein Paket von Modernisierungsmaßnahmen, die Reibungsverluste für Reisende und Betreiber reduzieren. Im Mittelpunkt steht dabei die Ficha Nacional de Registro de Hóspedes (FNRH), ein seit langem bestehendes Papierformular, das Hotels für jeden Gast ausfüllen müssen. Ab diesem Monat kann das Dokument elektronisch über das Gov.br Single-Sign-On-System der Regierung und die Datenverarbeitungsplattform Serpro ausgefüllt werden. Hotels laden die Daten in Echtzeit hoch, wodurch manuelle Archivierung entfällt und Behörden anonymisierte Statistiken zu Besucherströmen und Reaktionszeiten bei Sicherheitsvorfällen erstellen können. Für Geschäftsreisende bedeutet die Umstellung schnellere Check-ins, kürzere Warteschlangen und die Möglichkeit, die Registrierung bereits vor der Ankunft abzuschließen – ähnlich den während der Pandemie eingeführten digitalen Passagier-Lokalisierungskarten. Die Hotelketten Accor und Atlantica haben die Lösung bereits in São Paulo getestet und berichten von einer 40 %igen Reduzierung der Bearbeitungszeit an der Rezeption. Feliciano hob zudem gezielte Marketingkampagnen in Argentinien, Brasiliens größtem Herkunftsmarkt, sowie staatliche Unterstützung für regionale Veranstaltungen wie die São João-Feste hervor, die zusammen jeden Juni mehr als 2 Millionen in- und ausländische Besucher anziehen. Experten gehen davon aus, dass die durch die digitale FNRH generierten Daten helfen werden, diese Kampagnen besser zu personalisieren und die Infrastrukturplanung zu optimieren. Das Ministerium erwartet, dass die Zahl der ausländischen Ankünfte bis Jahresende den Vor-Pandemie-Rekord von 6,6 Millionen übersteigen wird. Branchenverbände begrüßen die digitale Karte, fordern jedoch von der Regierung, die Interoperabilität mit privaten Property-Management-Systemen sicherzustellen und klare Vorgaben zur Einhaltung des Datenschutzes gemäß LGPD bereitzustellen.
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