
Innenministerin Shabana Mahmood nutzte die Rede des Königs am 16. Mai, um das von der Downing Street als „die bedeutendste Reform des Asylsystems seit einer Generation“ bezeichnete Vorhaben anzukündigen. Ein bevorstehender Gesetzentwurf wird ein einheitliches „Kernschutz“-Modell schaffen, Einwanderungsrichter durch professionell ausgebildete Sachverständige ersetzen, die Verteidigung nach Artikel 8 (Familienleben) verschärfen und anerkannte Flüchtlinge verpflichten, nach Aufnahme einer Beschäftigung finanziell beizutragen. Zudem sieht die Gesetzgebung eine beschleunigte Berufungsinstanz vor, die Personen, die alle Rechtsmittel ausgeschöpft haben, innerhalb von 90 Tagen abschieben kann – ein Ziel, das viele Praktiker angesichts der bestehenden Rückstände im Innenministerium als ambitioniert ansehen. Regierungszahlen zeigen, dass die Asylunterstützung mittlerweile jährlich 4 Milliarden Pfund kostet, bei einer um 74 % gestiegenen Zahl an Anträgen seit 2021. Für Arbeitgeber könnte die größte Veränderung in dem Vorschlag liegen, Visa für Staatsangehörige von Ländern zu verweigern, die Abschiebungen ihrer eigenen Bürger behindern. Dies könnte die Rekrutierung aus mehreren stark frequentierten Märkten einschränken und neue Sorgfaltspflichten für Sponsoring-Teams mit sich bringen. Personalverantwortliche sollten sich darauf einstellen, Annahmen zur Arbeitsmarktprüfung zu überdenken und alternative Talentquellen zu erschließen, falls bestimmte Nationalitäten eingeschränkt werden. Abgeordnete der Labour-Partei und die Rechtsgemeinschaft haben bereits Widerstand signalisiert und gewarnt, dass die Herabstufung der spezialisierten Einwanderungsrichter verfassungsrechtliche Normen verletzen und Klagen vor dem Straßburger Gerichtshof nach sich ziehen könnte. Wirtschaftsverbände hingegen kritisieren, dass die geplante Kostenrückgewinnungsabgabe für Flüchtlinge, die später arbeiten, die Integration in stark belastete Branchen wie Pflege und Gastgewerbe erschweren könnte. Die Verabschiedung des Gesetzes wird voraussichtlich bis zur Parlamentspause der Parteikonferenzen in Westminster im Fokus stehen. Mobility-Manager sollten auf späte Änderungen achten, die Sponsoring-Regeln, Nachweise zum Arbeitsrecht und Meldepflichten bei moderner Sklaverei betreffen könnten.
Quelle: The Spectator
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