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Innenminister Karner: Österreichs Schengen-Veto 2022 „hat sich bewährt“ – illegale Grenzübertritte sinken um 95 %

Mai 28, 2026
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Innenminister Karner: Österreichs Schengen-Veto 2022 „hat sich bewährt“ – illegale Grenzübertritte sinken um 95 %
In Constanța, Rumänien, betonte Österreichs Innenminister Gerhard Karner am 27. Mai 2026 erneut, dass Wiens Entscheidung vom Dezember 2022, den vollständigen Schengen-Beitritt Rumäniens und Bulgariens zu blockieren, „ein schwerer, aber absolut notwendiger Schritt“ gewesen sei. Karner war für zwei Tage zu Gesprächen über Grenzsicherheit mit seinem rumänischen Amtskollegen Cătălin Predoiu und EU-Vertretern im Schwarzmeerhafen.

Laut Karner hatte das Veto eine katalytische Wirkung: Es löste ein EU-Unterstützungspaket in Höhe von 220 Millionen Euro aus, mit dem Wärmebildkameras, Drohnen, mobile Fingerabdruckscanner und gemeinsame Patrouillen an der bulgarisch-türkischen Grenze finanziert wurden. Seit Einführung dieser Maßnahmen sind die illegalen Grenzübertritte dort um rund 60 % zurückgegangen, während die Festnahmen im österreichischen Burgenland von etwa 3.500 im Oktober 2022 auf nur noch 20 in der Woche vom 11. bis 17. Mai 2026 eingebrochen sind. Der Preis, den Schmugglernetzwerke für eine Landüberquerung von der Türkei nach Bulgarien verlangen, soll inzwischen auf 10.000 Euro pro Person gestiegen sein, was die Fluchtbewegungen weiter dämpft.

Innenminister Karner: Österreichs Schengen-Veto 2022 „hat sich bewährt“ – illegale Grenzübertritte sinken um 95 %


Karner betonte, dass Österreich dem Schengen-Beitritt weiterhin verpflichtet bleibe „sobald die Außengrenze wirklich sicher ist“, kündigte aber an, dass Wien bis mindestens Juni 2026 eigene Kontrollen an den Grenzen zu Ungarn, Slowenien, der Slowakei und Tschechien aufrechterhalten werde. Er lobte das sogenannte „Drei-Mauern“-Konzept – mobile Patrouillen jenseits der unmittelbaren Grenze, verstärkte Zusammenarbeit mit Nachbarstaaten und gezielte Polizeikontrollen tief im Landesinneren – als Grund für die niedrigste Zahl an Asylanträgen im April seit 2014.

Für multinationale Unternehmen, die Mitarbeiter über den Flughafen Wien bewegen, signalisiert Karners Aussage, dass Stichprobenkontrollen und biometrische Ein- und Ausreisekontrollen im Entry/Exit-System auf absehbare Zeit Teil des Reiseerlebnisses bleiben werden. Mobility-Manager sollten Reisende weiterhin darauf hinweisen, Nachweise für die Weiterreise mitzuführen und sich auf stichprobenartige Passkontrollen auch bei Flügen innerhalb des Schengen-Raums einzustellen. Arbeitgeber, die Entsandte nach Österreich schicken, müssen zudem die im Mai verabschiedete neue Familiennachzugsquotenregelung im Blick behalten, da diese mit dem verschärften Grenzregime interagieren könnte.

Karners Besuch fällt in eine Phase, in der die EU die Umsetzungsregeln für den blockweiten Asyl- und Migrationspakt finalisiert und sich auf den Start von ETIAS Ende 2026 vorbereitet. Österreich positioniert sich dabei als harte Stimme in den Verhandlungen – ein Kurs, der bei der heimischen Wählerschaft gut ankommt, aber die Mobility-Teams ständig auf neue Compliance-Hürden vorbereitet.
Quelle: Austrian Federal Ministry of the Interior (BMI)

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