
Die niederländische Regierung hat die Europäische Kommission offiziell darüber informiert, dass sie die vorübergehende Wiedereinführung der Schengen-Grenzkontrollen an ihrer Landgrenze zu Belgien (und Deutschland) bis zum 30. September 2026 verlängert. Die am 27. Mai 2026 veröffentlichte Verlängerung begründet dies mit „anhaltender irregulärer Migration, organisierten Schleusernetzwerken und hybriden Sicherheitsbedrohungen“. Für belgische Unternehmen, die auf Just-in-Time-Lkw-Routen angewiesen sind oder Mitarbeiter für kurze Meetings über die nördliche Grenze schicken, bedeutet dies weitere vier Monate mit möglichen Stichprobenkontrollen. Die Koninklijke Marechaussee betont, dass die Kontrollen risikobasiert und verhältnismäßig bleiben, doch berichten Transportunternehmen, dass zufällige Kontrollen bereits 10 bis 15 Minuten pro Grenzübertritt zu Spitzenzeiten hinzufügen. Internationale Busunternehmen auf der Strecke Antwerpen–Rotterdam raten ihren Fahrgästen inzwischen, Reisepässe mitzuführen, obwohl nationale Personalausweise für EU-Bürger weiterhin ausreichen. Operativ plant die Niederlande, die mobilen Sicherheitsüberwachungen (MTV) bis zu 20 km ins Landesinnere auszudehnen und die Überwachung von Zügen und inner-europäischen Flügen zu verstärken. Zwischen Dezember 2024 und März 2026 hat das MTV-Programm 600 Einreisende abgewiesen und 270 Personen wegen Dokumentenfälschung oder Schleusung festgenommen – Zahlen, die die niederländischen Behörden als Beleg für die Wirksamkeit der Kontrollen anführen. Das belgische Außenministerium hat gegen die Verlängerung keinen Protest eingelegt, doch die flämische Arbeitgebervereinigung VOKA warnt vor einer „schleichenden Normalisierung“ der inneren Schengen-Kontrollen, die den Binnenmarkt gefährden könnten. Logistikunternehmen mit Verteilzentren in Flandern planen, für Lieferungen zu niederländischen Seehäfen im Sommer zusätzliche 45 Minuten Pufferzeit einzuplanen. Für Mobilitätsmanager lautet die Botschaft klar: 1) Reisende darauf hinweisen, auch bei Tagesausflügen den Reisepass griffbereit zu haben; 2) Unternehmensreiseregelungen anpassen, um mehr Zeit für Straßen- und Bahnverbindungen in die Niederlande einzuplanen; und 3) weitere Mitteilungen beobachten – Den Haag muss bis September entscheiden, ob die Kontrollen aufgehoben oder eine neue Rechtfertigung nach dem Schengener Grenzkodex beantragt wird.
Quelle: Trans.info
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