
Das staatliche ukrainische Unternehmen „Document“ gab am 30. Mai 2026 bekannt, dass ab dem 1. Juni Ukrainer, die in Polen leben, ihre Identität über die mobile Anwendung Diia verifizieren müssen, wenn sie Termine in den Passämtern in Warschau, Wrocław, Danzig und Rzeszów reservieren wollen. Das Pilotprojekt, das auch das Zentrum in Mailand, Italien, umfasst, führt die digitale Authentifizierung „Diia.Sign“ ein, bevor ein elektronisches Warteticket (e-kolejka) ausgestellt werden kann. Mit dieser Maßnahme soll der florierende Schwarzmarkt für Terminplätze eingedämmt werden, der seit der russischen Invasion 2022, die Millionen Ukrainer ins Ausland trieb, die Zentren belastet. Durch die Verknüpfung der Reservierungen mit einem verifizierten Diia-Profil erhoffen sich die Behörden kürzere Warteschlangen, weniger Nichterscheinen und eine höhere Abfertigungskapazität. Spontane Besuche bleiben täglich möglich – 60 Tickets in Warschau, 40 in Wrocław, 30 in Danzig und 30 in Rzeszów – jedoch erhalten vorab gebuchte Antragsteller Vorrang. Die Ankündigung ist besonders relevant für polnische Arbeitgeber, deren ukrainische Mitarbeiter internationale Pässe erneuern müssen, um Aufenthaltsgenehmigungen zu behalten oder für Heimaturlaub zu reisen. Personalverantwortliche sollten ihre Mitarbeiter darauf hinweisen, die Diia-App bis zum 1. Juni auf die neueste Version zu aktualisieren und eine funktionierende digitale Signatur „Diia.Sign“ bereitzuhalten. Unternehmen, die bisher Agenten für Terminbuchungen eingesetzt haben, sehen sich mit der Schließung dieses Kanals konfrontiert. Langfristig plant Kiew, die Diia-basierte Terminvergabe auf Zentren in der Slowakei und Deutschland auszuweiten, was auf eine regionale Umstellung auf vollständig digitale konsularische Dienstleistungen hinweist. Die polnischen Behörden, die kürzlich ihre eigene Einwanderungsfallbearbeitung auf das MOS-Portal umgestellt haben, sehen die Initiative als Ergänzung: Sichere digitale Warteschlangen verringern die Menschenansammlungen vor Konsulaten und entlasten die örtliche Polizei.
Quelle: Mezha