
Die Arbeitsbeziehungen am Flughafen Brüssel verschlechterten sich Ende des 16. Juni, als Teile der Bodenabfertigungscrew von Aviapartner nach erfolglosen Vermittlungsgesprächen erneut in den Streik traten. Der Ausstand, der bereits am Montag rund 60 Flüge verzögert hatte, traf besonders die Abteilung „Operations“ hart, wodurch die Koordination der Flugzeuge schätzungsweise zu 95 % zum Erliegen kam, während die Gepäckteams weiterarbeiteten. Aviapartner ist für Check-in und Abfertigung von British Airways, TUI Fly, Ryanair sowie mehreren Golf-Airlines zuständig, die Passagiere aus Großbritannien auf Langstreckenflüge bringen. Während die Auswirkungen am Dienstag als „begrenzter“ beschrieben wurden, warnten die Gewerkschaften, dass weitere Abteilungen ohne Vorankündigung die Arbeit niederlegen könnten, falls die Reformen des Vergütungssystems nicht gelöst werden. Für Unternehmen, die Mitarbeiter über Brüssel – den zweitverkehrsreichsten EU-Flughafen für UK-Transferverkehr – entsenden, ist eine Notfallplanung unerlässlich. Reiseleiter sollten insbesondere Flüge mit den Kürzeln „SN“ und „BA“ im Auge behalten, da diese stark auf die gemeinsame Infrastruktur von Aviapartner angewiesen sind. Nach EU261-Regeln müssen Airlines betroffene Passagiere umbuchen oder erstatten, doch die Verfügbarkeit ist wegen der gleichzeitigen Kapazitätsengpässe im Sommer knapp. Sollte sich der Konflikt verschärfen, könnten britische Exporteure, die auf zeitkritische Fracht per Frachtraum im Passagierflugzeug angewiesen sind, gezwungen sein, Sendungen über Amsterdam Schiphol oder Paris CDG umzuleiten, was nach dem Brexit zusätzliche Kosten und Zollkomplikationen mit sich bringt.
Quelle: The Brussels Times
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