
In einem Interview vom 23. Juni 2026, hervorgehoben von der Grenz-Analyse-Plattform ETIAS Pro, warnte der stellvertretende Exekutivdirektor von Frontex, Uku Särekanno, dass Passagierstaus im Zusammenhang mit dem EU-Ein- und Ausreisesystem (EES) „ein bis zwei Jahre“ nach der vollständigen Einführung andauern könnten. Das EES ersetzte am 10. April 2026 die Passstempel durch biometrische Scans an den Außengrenzen des Schengen-Raums, darunter auch an Spaniens Flughäfen und Fährhäfen. Särekanno erklärte, dass die erstmalige Registrierung – bei der Gesichtsaufnahmen und vier Fingerabdrücke erfasst werden – der entscheidende Engpass bleibt. Sollte der Reiseverkehr wie prognostiziert ansteigen, droht während der Sommer-Hauptreisezeit 2027 eine Überlastung der Grenzkontrollstellen, sofern die Mitgliedstaaten den Ausbau der automatischen Grenzkontrollsysteme (e-Gates) und die Personalaufstockung nicht beschleunigen. Das spanische Innenministerium hat bereits 150 zusätzliche ABC-e-Gates für Madrid-Barajas und Barcelona-El Prat bestellt, deren Installation sich jedoch bis Anfang 2027 hinziehen wird. Fluggesellschaften mit Spanien-Verbindungen fordern bereits eine „leichtere“ Nachregistrierungsregel: Sobald die biometrischen Daten eines Reisenden erfasst sind, sollten Folgeübertritte standardmäßig nur noch per Gesichtserkennung erfolgen, um die Abfertigungszeit von 90 auf 20 Sekunden zu verkürzen. Die Europäische Kommission hält eine solche Optimierung für möglich, betont jedoch, dass die Fluggesellschaften ihre Datenqualität vor Abflug über Advance Passenger Information-Systeme verbessern müssen. Für Mobilitätsmanager ergeben sich daraus unmittelbare Konsequenzen: Mitarbeiter und Entsandte mit Nicht-EU-Pässen, die nach Spanien einreisen, sollten in diesem Sommer mit längeren Wartezeiten rechnen – insbesondere an den Landgrenzen zu Gibraltar sowie an den Fährterminals in Algeciras und Almería, wo die Infrastruktur hinter den Flughäfen zurückbleibt. Premium-Services oder VIP-Fast-Track-Angebote könnten bis zur vollständigen Durchdringung der Registrierung nur begrenzt Entlastung bieten. Das gleiche Frontex-Briefing wies zudem darauf hin, dass das ursprünglich bis September 2026 gültige Zeitfenster für eine vorübergehende Aussetzung des EES nicht verlängert wird. Daher bleibt eine vorausschauende Planung für den Fall verpasster Zug- oder Anschlussflüge in den Firmenreisekonzepten mindestens bis Mitte 2028 ratsam.
Quelle: ETIAS Pro
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