
Ein gespaltenes Gremium des US-Berufungsgerichts für den D.C. Circuit hat am 23. Juni eine einstweilige Verfügung eines unteren Gerichts aufgehoben und der Trump-Administration erlaubt, ihr ausgeweitetes „beschleunigtes Abschiebeverfahren“ landesweit wieder einzuführen. Während dieses Verfahren zuvor nur für Migranten galt, die nahe der Grenze aufgegriffen wurden, betrifft es nun jede undokumentierte Person, die keine durchgehende Aufenthaltsdauer von zwei Jahren in den USA nachweisen kann. Richter Justin R. Walker (ein von Trump ernannter Richter) schrieb im Namen der Mehrheit, dass die Kläger nicht belegen konnten, dass die Richtlinie gegen verfassungsmäßige Verfahrensgarantien verstößt. Kritiker, angeführt von der ACLU, warnen, dass Schnellabschiebungen fehleranfällig seien und auch langjährige Bewohner erfassen könnten, die zum Zeitpunkt der Festnahme lediglich keine Papiere vorweisen können. Das Urteil hebt die Anordnung der US-Bezirksrichterin Jia Cobb aus dem Jahr 2025 auf, die die Ausweitung bis zu stärkeren Verfahrensschutzmaßnahmen ausgesetzt hatte. Für Arbeitgeber bedeutet die Wiedereinführung, dass Beamte von Immigration and Customs Enforcement (ICE) wieder Arbeitnehmer auch weit entfernt von der Grenze mit kurzer Vorwarnung und ohne richterliche Kontrolle festnehmen und abschieben können. Unternehmen, die H-1B-, L-1- oder andere Nicht-Einwanderungsvisa sponsern, müssen sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter Nachweise über ihren Status und Aufenthalt mit sich führen, insbesondere bei Betriebsinspektionen oder Gerichtsterminen vor Ort. Globale Mobilitätsteams sollten ausländische Reisende darauf hinweisen, wie wichtig es ist, I-94-Ausdrucke, Genehmigungsbescheide oder andere Belege für den legalen Aufenthalt bei Inlandsflügen oder Kontrollen im Landesinneren mitzuführen. Sicherheitsabteilungen von Unternehmen könnten zudem Szenarien für beschleunigte Abschiebungen in ihre Krisenmanagement-Handbücher aufnehmen, inklusive schneller juristischer Beratung und Unterstützungsprotokollen für Familien. Beobachter erwarten, dass Bürgerrechtsorganisationen eine Überprüfung durch den gesamten D.C. Circuit oder den Obersten Gerichtshof beantragen werden, doch die erweiterte Befugnis der Regierung bleibt bestehen, solange kein weiteres Gericht eingreift.
Quelle: Associated Press