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EU verschiebt Einführung von ETIAS auf 2027 – Frankreich-Reisende erhalten Aufschub

Juli 8, 2026
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EU verschiebt Einführung von ETIAS auf 2027 – Frankreich-Reisende erhalten Aufschub
Das lang erwartete European Travel Information and Authorisation System (ETIAS) wurde erneut verschoben – diesmal mindestens bis Anfang 2027. Am 7. Juli 2026 bestätigten von der Financial Times zitierte Beamte mehreren europäischen Medien, dass EU-LISA, die für die IT-Infrastruktur zuständige Agentur, der Europäischen Kommission mitgeteilt hat, dass ein Start im Jahr 2026 „unrealistisch“ sei, da die Flughäfen noch mit dem im April eingeführten Entry/Exit-System (EES) kämpfen. Für Frankreich ist die Verzögerung besonders bedeutend. Die Flughäfen Paris-Charles-de-Gaulle und Orly verzeichnen einige der längsten EES-Verarbeitungszeiten in der EU, wobei die Grenzpolizei zeitweise biometrische Kioske abschaltet, um Warteschlangen von über zwei Stunden zu vermeiden. Wäre ETIAS wie ursprünglich geplant im Dezember dieses Jahres gestartet, hätten visumfreie Nicht-EU-Besucher (darunter Amerikaner, Kanadier und Briten) zusätzlich zur neuen Pflicht für Fingerabdruck- und Gesichtsscans bei der Ankunft eine elektronische Genehmigung für 20 Euro benötigt. Der französische Flughafenbetreiberverband UAF hatte davor gewarnt, dass der gleichzeitige Betrieb beider Systeme während der Wintersaison 2026/27 zu erheblichen Betriebsstörungen führen könnte. Die zusätzliche Zeit verschafft dem französischen Innenministerium die Möglichkeit, die Einführung der „intelligenten Grenzkontrollen“ mit e-Gates abzuschließen und die für 2026 geplante Einstellung von 700 zusätzlichen Grenzpolizisten umzusetzen. Auch die Fluggesellschaften, die Frankreich anfliegen, gewinnen Zeit, um ETIAS-Prüfungen in ihre Abflugkontrollsysteme zu integrieren und das Personal auf die neue „Board-with-Authorisation“-Anforderung zu schulen. Reiseveranstalter berichten, dass Geschäftsreisende die Verschiebung begrüßen, da viele mit einer weiteren administrativen Hürde in der geschäftigen Konferenzsaison ab Januar gerechnet hatten. Dennoch sollten Mobilitätsmanager nicht nachlässig werden. Die Europäische Kommission betont, dass ETIAS nur verschoben, aber nicht gestrichen ist, und weist darauf hin, dass Fluggesellschaften bei Inkrafttreten des Systems mit hohen Geldstrafen rechnen müssen. Unternehmen mit vielen kurzfristigen Entsendungen und häufigen Geschäftsreisenden nach Frankreich wird daher empfohlen, die 20-Euro-Gebühr einzuplanen, Passdaten in den Reisendenprofilen zu erfassen und frühzeitig Schulungen für Mitarbeiter vorzubereiten. Berater erinnern zudem daran, dass das EES weiterhin voll funktionsfähig ist – Überziehungen des Schengen-Aufenthalts werden automatisch erfasst und können zukünftige Reise- oder Arbeitserlaubnisanträge gefährden. Zusammengefasst: Die ETIAS-Verschiebung nimmt zwar kurzfristig Druck, sollte aber als strategische Chance genutzt werden, um die Vorbereitungen abzuschließen, und nicht als dauerhafte Entlastung verstanden werden.
Quelle: Travel Weekly / Financial Times via multiple European outlets

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