
Der Flugverkehr im nördlichen Teil des Südchinesischen Meeres steht vor erheblichen Störungen, da der Supertaifun Bavi auf Taiwan und die Ostküste Chinas zusteuert. Fluggesellschaften mit Sitz in Hongkong begannen am Mittwochabend (8. Juli) mit der Aktivierung ihrer Notfallpläne für Extremwetter. Hong Kong Airlines kündigte die vollständige Stornierung von zehn Hin- und Rückflügen zwischen Hongkong und Taipeh sowie Hongkong und Okinawa für Freitag und Samstag an. Greater Bay Airlines und HK Express warnten parallel ihre Passagiere, vor dem Weg zum Flughafen E-Mails und Flugstatusseiten genau zu prüfen. Cathay Pacific, die dominierende Langstreckenfluggesellschaft der Stadt, verzichtete zwar auf Massenstornierungen, führte jedoch umfassende „flexible Ticketbedingungen“ ein. Kunden mit Cathay-Tickets, die am oder vor dem 8. Juli ausgestellt wurden und Reisen nach, von oder über Taipeh, Kaohsiung sowie sechs ostchinesische Städte (Fuzhou, Wenzhou, Ningbo, Hangzhou, Shanghai und Nanjing) zwischen dem 9. und 12. Juli betreffen, können ohne Servicegebühren umbuchen oder umleiten, sofern die Reise bis zum 31. August abgeschlossen ist. Etwaige Tarif- oder Steuerdifferenzen bleiben bestehen. Die Richtlinie wurde zuletzt am 8. Juli um 22:52 Uhr HKT aktualisiert, was die dynamische Lage unterstreicht. Der internationale Flughafen Hongkong wickelte im Juni täglich über 125.000 Passagiere ab; in den Sommerferien steigen die Zahlen erfahrungsgemäß noch deutlich, da viele Familien verreisen. Geschäftsreisende, die in den Fertigungskorridor der Taiwanstraße oder das Jangtse-Delta – eine wichtige Lieferkette für Elektronik und Bekleidung – unterwegs sind, müssen mit Verzögerungen rechnen, die weit über den Zeitraum vom 9. bis 12. Juli hinausgehen. Frachtunternehmen verlagern bereits wertvolle Sendungen auf Frachtflugzeuge, die über Chongqing und Shenzhen fliegen, um mögliche Engpässe in Hongkong und Taipeh zu umgehen. Unternehmen mit regionalen Mobilitätsprogrammen wird empfohlen: 1) Reisende, die diese Woche nach Ostasien fliegen, mit Tracking-Tools zu überwachen; 2) Mitarbeiter darauf hinzuweisen, dass der Airport Express in Hongkong bei Sturmwarnungen der Stufe T8 oder höher kurzfristig den Betrieb einstellen kann; und 3) bei zeitkritischer Fracht, die über den Hafen Hongkong läuft, Rücksprache mit der Schiffsversicherung zu halten, da Lotsendienste bei Taifunbedingungen eingeschränkt sind. Angesichts zunehmender wetterbedingter Volatilität durch den Klimawandel integrieren multinationale Unternehmen die „Supertaifun-Notfallplanung“ immer häufiger als festen Bestandteil ihrer Reise-Risikopolitik für den asiatisch-pazifischen Raum.