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Tourismusbranche warnt: Erhöhung der Visagebühren könnte Australien unattraktiv machen

Juli 11, 2026
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Tourismusbranche warnt: Erhöhung der Visagebühren könnte Australien unattraktiv machen
Der australische Tourismussektor schlägt Alarm, nachdem die Regierung zum 1. Juli 2026 die Visumantragsgebühren (VAC) erhöht hat: Die Kosten für ein Standard-Visitor-Visum (Subclass 600) stiegen von 200 AUD auf 250 AUD, die Gebühr für das erste Working-Holiday-Visum (Subclass 417/462) von 670 AUD auf 840 AUD. In einem Interview mit AccomNews warnte der Australian Tourism Export Council (ATEC), dass der Anstieg um 25–30 Prozent – zusätzlich zu den bereits erfolgten Erhöhungen in 2024 und 2025 – preissensible Reisende, Rucksacktouristen und Working-Holiday-Maker zu Konkurrenzzielen wie Kanada und Neuseeland treiben könnte. ATEC-Geschäftsführer Peter Shelley betonte, dass die Visakosten inzwischen „einen erheblichen Teil der anfänglichen Ausgaben eines Reisenden“ ausmachen, besonders für Paare und Familien, die pro Antragsteller zahlen müssen.

Der Verband hat sich an Handels- und Tourismusminister Don Farrell gewandt und fordert, einen Teil der Mehreinnahmen zweckgebunden für Destinationsmarketing und eine effizientere Bearbeitung zu verwenden, um die abschreckende Wirkung abzumildern. Fluggesellschaften und große Hotelketten unterstützen diesen Appell und warnen, dass eine schwächere internationale Nachfrage die regionalen Wirtschaften, die sich noch von den pandemiebedingten Grenzschließungen erholen, stark treffen würde.

Tourismusbranche warnt: Erhöhung der Visagebühren könnte Australien unattraktiv machen


Über den Tourismus hinaus sind arbeitsintensive Regionen stark auf Working-Holiday-Maker (WHMs) für Saisonjobs angewiesen. Der National Farmers’ Federation zufolge stellen Rucksacktouristen bis zu 80 Prozent der Erntehelfer in einigen Bereichen der Gartenbauindustrie. ATEC befürchtet, dass die höheren WHM-Gebühren die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte verringern, gerade jetzt, wo Landwirte mit Rekordlöhnen und steigenden Logistikkosten kämpfen. Betreiber von Backpacker-Hostels in Cairns und Broome berichten bereits von rückläufigen Winterbuchungen im Vergleich zu 2025.

Das Innenministerium argumentiert, die Erhöhungen würden lediglich die Gebühren an die Inflation und gestiegene Servicekosten anpassen und weist darauf hin, dass die VACs in vielen Kategorien über weite Teile des letzten Jahrzehnts eingefroren waren. Zudem betonen die Behörden, dass Australien eine der weltweit automatisiertesten Online-Visaplattformen bietet, mit einer mittleren Bearbeitungszeit für Visitor-Visa von sechs Tagen. Dennoch berichten Reiseveranstalter, dass Konkurrenzländer ihre Gebühren gesenkt oder ganz abgeschafft haben, um Langstreckenreisende zurückzugewinnen.

Firmenreisemanager sollten die neuen Gebühren in ihre Budgetplanung einbeziehen und reisende Mitarbeiter darauf hinweisen, die zusätzlichen Kosten in ihre Liquiditätsplanung einzukalkulieren. Arbeitgeber, die WHMs oder Gap-Year-Mitarbeiter beschäftigen, müssen möglicherweise ihre Anreizsysteme anpassen. ATEC kündigte weitere Branchenkonsultationen vor dem Bundeshaushalt im Oktober an, bei denen sich die Beteiligten für gestaffelte Preise oder Rabatte für Wiederholungsbesucher einsetzen wollen.
Quelle: AccomNews

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