
Die jährliche Operation Paso del Estrecho (OPE) in Spanien – die große Sommer-Shuttle-Verbindung, die nordafrikanische Bewohner Europas über die Straße von Gibraltar hin- und zurückbefördert – hat die Halbzeit mit rekordverdächtiger Flüssigkeit erreicht. Laut Innenministerium sind zwischen dem 15. Juni und 15. Juli 640.000 Passagiere und 160.000 Fahrzeuge von spanischen Häfen aus gestartet, ein Anstieg von 6 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Diese Ausgabe ist historisch, da erstmals das neue Ein- und Ausreisesystem (EES) der Europäischen Union verpflichtend ist. Statt der manuellen Passstempel erfassen die spanischen Behörden nun Gesichtsaufnahmen und vier Fingerabdrücke der Reisenden und verknüpfen diese mit einem digitalen Datensatz, der automatisch die erlaubte Aufenthaltsdauer jedes Nicht-EU-Bürgers im Schengen-Raum berechnet. Die Technologie, die in Algeciras, Tarifa, Almería und Motril eingeführt wurde, wurde von Fährbetreibern zunächst mit Sorge betrachtet, da befürchtet wurde, dass die biometrische Erfassung kilometerlange Staus verursachen könnte. Um Staus zu vermeiden, verdoppelten die Behörden die Anzahl der Kontrollstellen, setzten mobile Registrierungsteams an Bord der Schiffe ein und staffelten die Abfahrtszeiten. Zudem wurden Informationskampagnen in Arabisch und Französisch durchgeführt, die Passagiere aufforderten, Kopfbedeckungen abzunehmen und Kinder einzeln an den Scannern vorzustellen. Das Innenministerium berichtet, dass 96 % der Autos die Grenzkontrollen in weniger als 30 Minuten passierten, wobei nur an zwei Spitzenzeiten am geschäftigsten Wochenende vom 5. bis 7. Juli Warteschlangen von über einer Stunde auftraten. Für global mobile Arbeitgeber ist der reibungslose Start von großer Bedeutung. Tausende Saisonarbeitskräfte aus Landwirtschaft und Tourismus sind auf den OPE-Korridor angewiesen, um ihren Jahresurlaub zu nehmen; Logistikunternehmen planen Just-in-Time-Lieferungen rund um die Überfahrtszeiten; und die spanischen Häfen erzielen im Sommer geschätzte 90 Millionen Euro an Nebeneinnahmen. Die erfolgreiche Integration des EES ist zudem ein positiver Belastungstest für spanische Flughäfen, die bis zum Jahresende vollständig auf dasselbe biometrische System umstellen müssen. Blickt man voraus, so nennen die Behörden die Rückreisephase ab dem 15. August als nächste Herausforderung, die traditionell stärker frequentiert ist, da Familien eilig versuchen, rechtzeitig zu Schulen und Arbeitsplätzen zu gelangen. Zusätzliche „Smart-Lanes“ und eine spezielle mobile App zur Vorregistrierung werden derzeit erprobt, um die Ausreisekontrollen auch bei einem Passagieraufkommen von über einer Million, wie prognostiziert, unter 45 Minuten zu halten.
Quelle: Ministerio del Interior
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