
Eine Koalition von 44 Flüchtlings-, Rechtsberatungs- und Menschenrechtsorganisationen hat sich mit einem Brief an die Innenministerin gewandt und fordert die sofortige Schließung großflächiger Asylunterkünfte auf ehemaligen Verteidigungsministeriums-Geländen. In einem am 20. Juli 2026 veröffentlichten offenen Brief argumentieren die Gruppen – angeführt vom Joint Council for the Welfare of Immigrants (JCWI) – dass die Zustände in Crowborough (East Sussex) und Wethersfield (Essex) sowie die geplanten Einrichtungen in Barnham, Bicester und Linton-on-Ouse unsicher, unwürdig und teurer als gemeindebasierte Unterkünfte seien. Die Unterzeichner berichten, dass bis zu 16 Männer in einem einzigen Schlafsaal untergebracht werden, mit unzureichender Heizung im Winter und extremer Hitze im Sommer. Zudem beklagen sie eingeschränkten Zugang zu Rechtsbeistand, Verzögerungen bei der Postzustellung, die dazu führen, dass Migranten Fristen vor Gericht verpassen, sowie das Versäumnis, Opfer von Menschenhandel zu identifizieren – ein Verstoß gegen das Modern Slavery Act 2015 und ein aktuelles Urteil des High Court zu Zimmerbelegungsrichtlinien. Médecins Sans Frontières, eine der unterstützenden NGOs, warnt, dass das Massenunterbringungsmodell Asylsuchende, die Folter und Konflikten entkommen sind, retraumatisiere. Finanzielle Daten des National Audit Office zeigen, dass Wethersfield mit 135 Pfund pro Person und Nacht deutlich teurer ist als die gemeindebasierte Unterbringung mit 23,25 Pfund. Angesichts der fast 4 Milliarden Pfund, die die Regierung jährlich für Asylunterkünfte ausgibt, bezeichnen die Aktivisten die Lager als unmenschlich und wirtschaftlich unsinnig. Die Intervention erfolgt, während die Regierung plant, die Nutzung von Crowborough auszuweiten, die Kapazitäten in Wethersfield zu erhöhen und weitere Militärstandorte als Ersatz für Hotelunterkünfte zu identifizieren. Minister argumentieren, dass große, sichere Einrichtungen irreguläre Ankünfte abschrecken und Hotelkosten senken, Kritiker hingegen bemängeln, dass abgelegene Lager die Bewohner von rechtlicher Unterstützung, Gesundheitsversorgung und Integrationsmöglichkeiten abschneiden. Während das Thema vor allem die Asylpolitik betrifft, berichten Arbeitgeber, die auf gemeinnützige Integrationsprogramme angewiesen sind, dass das Lager-Modell den frühzeitigen Englischunterricht und die Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt erschwere und so den Einstieg der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt verzögere. Wirtschaftsverbände fordern das Innenministerium daher auf, kleinere, stadtnahe Aufnahmezentren einzurichten, die besser auf lokale Fachkräftebedarfe abgestimmt sind.
Quelle: Electronic Immigration Network
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