
London Gatwick – der zweitgrößte Flughafen Großbritanniens – hat eine dringende Warnung an die Fluggesellschaften herausgegeben. Grund sind technische Probleme an einer der beiden Treibstoffanlagen des Flughafens, die die Versorgung mit Flugkerosin stark eingeschränkt haben. Laut einem internen Memo, das The Sun vorliegt und von einem Flughafensprecher bestätigt wurde, wurden die Airlines am Sonntagmorgen (2. August) darüber informiert, dass Gatwick „für die nächsten zwei Tage einen Treibstoffmangel hat“ und aufgefordert, „möglichst viel Treibstoff an den Abflugorten zu tanken“. Besonders betroffen sind Langstreckenflüge nach Asien, Afrika und Amerika, da Großraumflugzeuge oft in Gatwick für den Rückflug nachtanken müssen. Branchenquellen berichten, dass Techniker „rund um die Uhr“ an der Behebung des Problems arbeiten. Die Störung liegt vermutlich im Pumpensystem, das den Treibstoff von den Lagertanks auf dem Flughafengelände in das Hydrantennetz unter den Flugzeugständen fördert. Gatwicks Notfallplan sieht vor, dass Piloten an den Abflugorten mehr Treibstoff mitnehmen, doch Flugzeuge mit begrenzter Leistung müssen bei der Ankunft möglicherweise trotzdem nachtanken – vor allem bei Gegenwind oder wetterbedingten Umleitungen, die den Treibstoffverbrauch erhöhen. Einige Airlines haben bereits geänderte Flugpläne eingereicht und technische Zwischenstopps in Shannon und Madrid eingeplant, während Frachtunternehmen eine Umleitung über East Midlands oder Lüttich prüfen. Obwohl Gatwick derzeit alle Flüge bedient, raten Reiseveranstalter Geschäftsreisenden, ihre Reisepläne genau zu prüfen und mehr Zeitpuffer einzuplanen. Ein anhaltender Treibstoffmangel könnte zu weitreichenden Störungen führen, ähnlich wie beim Hydrantenausfall 2019 am Flughafen Heathrow, als innerhalb von 48 Stunden über 200 Flüge gestrichen wurden. Die Warnung kommt zudem zur Hauptreisezeit, in der das Passagieraufkommen bereits durch Personalmangel und Flugverkehrsverzögerungen infolge der Krise in der Straße von Hormus belastet ist – was die Kerosinpreise verdoppelt hat. Für Mobilitätsmanager ergeben sich daraus unmittelbare Folgen: • Risiko verpasster Anschlussflüge für Mitarbeiter mit Zwischenstopp in Gatwick; • mögliche Fürsorgepflichtverletzungen, wenn Dienstzeitgrenzen der Crew ungeplante Zwischenstopps erzwingen; • höhere Ticketpreise durch Treibstoffzuschläge oder Umleitungen über alternative Drehkreuze; • Auswirkungen auf die Frachtkapazität, die zeitkritische Lieferungen für Projektteams verzögern könnten. Reiseexperten empfehlen praktische Maßnahmen wie die Buchung erstattungsfähiger Tarife, das Monitoring von NOTAMs bezüglich Treibstoffbeschränkungen und die Vermeidung enger Anschlussverbindungen zu regionalen Flughäfen im Vereinigten Königreich. Gatwick Airport Limited erklärt, man arbeite „eng mit externen Lieferanten zusammen, um das Problem so schnell wie möglich zu beheben und mögliche Störungen zu minimieren“, warnt jedoch, dass die Notfallmaßnahmen voraussichtlich mindestens bis Dienstagmorgen (4. August) bestehen bleiben werden.
Quelle: The Sun
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