
Der Flughafen Barcelona-El Prat steht weiterhin unter Druck, da der unbefristete Streik der Bodenabfertigungsmitarbeiter von Groundforce in die sechste Woche geht. Obwohl der Konflikt bereits am 4. August begann, gab der Flughafenbetreiber Aena am 15. September eine neue Warnung heraus und sprach von „sporadischen, aber schweren“ Gepäckverspätungen, nachdem die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft CGT und der Geschäftsführung von Groundforce erneut ohne Einigung endeten. Der Streik betrifft rund 1.800 Beschäftigte, die für die Abfertigung von mehr als 40 Fluggesellschaften zuständig sind, darunter Iberia, Lufthansa und Emirates. Laut Aena betrug die durchschnittliche Gepäckausgabezeit für ankommende Passagiere am vergangenen Wochenende 48 Minuten – mehr als das Doppelte des vertraglich vereinbarten Ziels. Mehrere Airlines haben vorübergehend die Freigepäckgrenzen reduziert und raten Reisenden, nur mit Handgepäck zu reisen. Für Abflüge wurden die Check-in-Schlusszeiten auf stark frequentierten europäischen Strecken um bis zu 45 Minuten vorverlegt. Unternehmen, die am selben Tag Meetings in Madrid oder Lissabon abhalten, empfehlen ihren Mitarbeitern, auf Gepäckaufgabe zu verzichten und mehr Zeit für Sicherheitskontrollen und Boarding einzuplanen. Die Gewerkschaft fordert eine Angleichung der Löhne an das Personal am Flughafen Madrid-Barajas und verweist auf Gehaltsunterschiede von bis zu 180 Euro monatlich. Groundforce hält diese Forderungen für „unvereinbar mit dem aktuellen Kostenrückgewinnungsmodell“, das im Rahmen der Aena-Abfertigungslizenzen vereinbart wurde. Die Vermittlung durch das katalanische Arbeitsministerium soll am 19. September wieder aufgenommen werden, ein Durchbruch wird jedoch vor der geschäftigen Konferenzsaison im Oktober nicht erwartet. Reiseexperten empfehlen für Gruppen mit engen Zeitplänen Ausweichrouten über Girona-Costa Brava oder Valencia und warnen, dass Versicherungsklauseln für verpasste Anschlussflüge Streikbedingte Verspätungen möglicherweise nicht abdecken, sofern Reisende nicht rechtzeitig nach den neuen Fristen der Airlines am Flughafen eintreffen.
Quelle: Strike Tracker