
Trotz anhaltender regionaler Spannungen zwischen den USA und Iran berichten Emirates und Etihad, dass sie mit über 90 Prozent der Kapazität vor dem Krieg operieren und die Buchungen für den Winter zunehmen. Ein Update von Gulf News vom 16. September stellt fest, dass die Flughäfen in Dubai weiterhin mit rund 70 Millionen Passagieren im Jahr 2026 rechnen – ein Beleg für die robuste Nachfrage trotz anhaltender Sicherheitsrisiken. Das Bild bleibt jedoch gemischt. Am 13. September kam es am Dubai International Airport (DXB) und am Zayed International Airport in Abu Dhabi zu mehr als 170 Flugverspätungen, und mehrere ausländische Fluggesellschaften – darunter Air Canada, Virgin Atlantic und British Airways – setzen ihre Flüge in die VAE weiterhin aus. Die Treibstoffpreise, die bereits über 107 US-Dollar pro Barrel liegen, stellen eine weitere Herausforderung dar: Emirates betont, dass das Absicherungsprogramm die Auswirkungen abfedern wird, doch bei weiter steigenden Ölpreisen könnten die Ticketpreise anziehen. Reise-Risikoberater sprechen von einem „Zwei-Geschwindigkeiten“-Szenario: Die wichtigsten Langstreckenverbindungen nach Europa, Asien und Amerika bleiben weitgehend stabil, während Flüge, die den sensiblen Bereich um die Straße von Hormus überqueren oder passieren, anfällig für plötzliche Stornierungen oder Umleitungen sind. Sowohl Großbritannien als auch Australien haben ihre Reisehinweise für die VAE in den letzten Tagen gelockert, während das US-Außenministerium das Land weiterhin auf Stufe 3 – „Reise überdenken“ – hält und nicht notwendige Angehörige von US-Regierungsmitarbeitern zur Ausreise aufgefordert hat. Firmenreisemanager raten daher Geschäftsreisenden und Vielfliegern, großzügige Zeitpuffer einzuplanen, ihre Mobilkontakte mit der Fluggesellschaft aktuell zu halten und die Flughafeninformationen bis zum Abflug genau zu verfolgen. Versicherer verzeichnen eine steigende Nachfrage nach „Störungs-Zusatzversicherungen“, die Kosten für Unterkunft und alternative Routen bei Luftraumsperrungen übernehmen. Für die Wirtschaft der VAE ist eine nachhaltige Erholung der Sitzplatzkapazitäten entscheidend: Luftfahrt und Tourismus tragen rund 13 Prozent zum BIP bei, und die Expo-Infrastruktur hat die globalen Erwartungen an die Vernetzung weiter erhöht. Vorausgesetzt, der Konflikt eskaliert nicht, gehen Analysten davon aus, dass der Passagierverkehr bis Ende 2027 wieder das Niveau von vor dem Krieg mit 100 Millionen Passagieren erreichen könnte – und damit Dubais Status als weltweit verkehrsreichster internationaler Drehkreuz erhalten bleibt.
Quelle: Gulf News