
Hongkong plant ein spezielles Visum, das ausländischen Fachkräften ermöglicht, bis zu 12 Monate an von der Regierung anerkannten Ausbildungsprogrammen teilzunehmen, wie aus Quellen zum bevorstehenden Policy Address hervorgeht. Die South China Morning Post berichtet, dass das Visum im ersten Quartal 2027 eingeführt werden könnte und neben bestehenden Programmen wie dem Top Talent Pass bestehen wird. Im Gegensatz zu Arbeitsvisa entfällt bei der neuen Kategorie die Mindestgehaltsprüfung und die Verpflichtung eines Sponsors, sofern die Bewerber ein Angebot von einer vom Bildungsbüro anerkannten lokalen Akademie haben, etwa der Hong Kong International Aviation Academy oder der FinTech Academy. Teilnehmer dürfen Praktika in ihrem Fachgebiet absolvieren, müssen die Stadt jedoch nach Kursende verlassen, sofern sie nicht auf eine andere Aufenthaltsgenehmigung wechseln. Politikberater sehen in der Maßnahme einen Schritt, Hongkong als regionales Zentrum für berufliche Weiterbildung zu etablieren und Führungskräfte aus ASEAN- und Belt-and-Road-Ländern anzuziehen, die kurzfristige Spezialtrainings absolvieren, bevor sie in ihre Heimatmärkte zurückkehren. Zudem bietet das Visum multinationalen Unternehmen eine legale Möglichkeit, Mitarbeiter für Zertifizierungskurse nach Hongkong zu entsenden, ohne gegen Arbeitsvisabestimmungen zu verstoßen. Einwanderungsanwälte begrüßen die Klarheit, warnen jedoch, dass die Anerkennung ausländischer Qualifikationen und die Fürsorgepflichten der Arbeitgeber – etwa medizinische Absicherung während des Aufenthalts – noch in untergeordneten Rechtsvorschriften geregelt werden müssen. Bis Dezember werden Konsultationspapiere erwartet, die Unternehmen eine dreimonatige Frist zur Vorbereitung von Onboarding-Protokollen einräumen.
Quelle: South China Morning Post