
Die Gladstonos-Straße im Zentrum von Limassol war am Sonntag kaum wiederzuerkennen: Autos wichen Radfahrern, Fußgängern und temporären Gemeinschaftsflächen – ein Highlight des zyprischen Car-Free Day. Die achtstündige Sperrung bildete den Kern der Teilnahme Zyperns an der Europäischen Mobilitätswoche 2026, deren Motto „Mobilität für alle“ barrierefreien und inklusiven Verkehr betont. Die Veranstaltung wurde gemeinsam organisiert von der Stadt Limassol, dem Limassol Tourism Board, Friends of the Earth Cyprus und der Organisation für Positives Urbanismus. Stände boten kostenlose Fahrradreparaturen, E-Scooter-Demos und Tutorials zur Nutzung der Pame-App für den öffentlichen Nahverkehr an. Lokale Arbeitgeber – darunter das Tech-Unternehmen Phaistos Networks und der Reederei-Gigant Interorient – veranstalteten „commute-smart“-Challenges, um ihre Mitarbeitenden zu klimafreundlichen Pendelwegen zu motivieren. Der Öffentliche Nahverkehr Zyperns erhöhte die Taktfrequenz auf der Küstenbuslinie und verzichtete für EMW-Armbändcheninhaber auf Fahrpreise, was vom stellvertretenden Verkehrsminister, der zur Mittagszeit vor Ort war, begrüßt wurde. Der Car-Free Day ist mehr als ein Wohlfühl-Event: Er dient als Pilotprojekt für die geplante dauerhafte Verkehrsberuhigung der Gladstonos-Straße. Der Nachhaltige Stadtmobilitätsplan (SUMP) von Limassol sieht vor, die Straße bis 2028 in eine Shared-Space-Boulevard umzuwandeln und eine Niedrigemissionszone einzuführen. Die während der Sperrung erhobenen Daten zu Fußgängerzahlen, Lärmbelastung und Einzelhandelsumsätzen fließen in die finale Ingenieursplanung ein, die im nächsten Jahr ausgeschrieben wird. Für internationale Arbeitgeber, die Mobilitäts- oder Entsendungsprogramme in den boomenden maritimen und Fintech-Sektoren Zyperns betreiben, ist die Botschaft klar: Die Pendelmuster vor Ort verändern sich. Wohnentscheidungen für entsandte Mitarbeitende sollten vermehrt auf Gebiete mit hochwertigen Radwegen setzen, und Unternehmen sollten ihre Mobilitätszuschüsse überdenken – etwa zugunsten von Monatsbustickets oder Mikromobilitätsguthaben statt Parkausweisen. Die Veranstaltung signalisiert zudem Zyperns Absicht, sich an die kommende EU-Verordnung 2027/XXX zu städtischen Fahrzeugzugangsbeschränkungen anzupassen. Die Beratungsfirma Teneo Mobility schätzt, dass die Verordnung, einmal umgesetzt, die innerstädtischen Pkw-Kilometer in Limassol um 17 % reduzieren könnte – eine Entwicklung, die die Standortwahl von Büros und die Logistik der letzten Meile langfristig beeinflussen wird.
Quelle: Limassol Tourism Board