
Die Lufthansa-Tochter Eurowings bestätigte am Sonntag, dass sie mit der Bundesagentur für Arbeit über Kurzarbeit verhandelt und ihr Winterflugprogramm um etwa fünf Prozent kürzen wird, nachdem die Kerosinpreise infolge der erneuten Spannungen im Nahen Osten stark gestiegen sind. In einem an die Belegschaft gerichteten Schreiben, das The New German vorliegt, erklärte die Geschäftsleitung, dass unerwartete Treibstoffkosten die Ausgaben für 2026 um fast 250 Millionen Euro erhöhen und die ohnehin knappen Wintermargen zunichtemachen würden. Die Airline wird ihre neu eingeführten Dubai-Strecken ab Köln/Bonn und Stuttgart komplett einstellen und die Frequenzen auf mehreren europäischen Geschäftsverbindungen reduzieren. Rund 100 Stellen im Backoffice sollen bis 2028 wegfallen; die Besetzung der Kabinencrew hängt von der verbleibenden Fluganzahl ab. Gespräche mit der Gewerkschaft ver.di über Zuschläge zur Kurzarbeit laufen. Wird das staatlich geförderte Modell genehmigt, kann Eurowings die Arbeitszeit der Beschäftigten vorübergehend reduzieren, während die Bundesagentur für Arbeit bis zu 67 Prozent des entgangenen Nettolohns übernimmt. So sollen betriebsbedingte Kündigungen vermieden und das operative Know-how für die geschäftigere Sommersaison erhalten bleiben. Für Firmenreisemanagement bedeutet das neue Herausforderungen: Eurowings ist nach Lufthansa selbst der größte Punkt-zu-Punkt-Anbieter in Deutschland, und die Basen in Köln, Düsseldorf und Stuttgart sind für mittelständische Exporteure von großer Bedeutung. Unternehmen mit Winterreisen – insbesondere nach Dubai oder zu speziellen europäischen Zielen – sollten ihre Buchungen überprüfen, Anschlusszeiten großzügig planen und alternative Verbindungen in Betracht ziehen. Der Vorfall verdeutlicht zudem die anhaltende Volatilität, die geopolitische Krisen in den europäischen Luftverkehr bringen. Airlines stehen vor der Doppelbelastung durch steigende Treibstoffkosten und die bevorstehende Komplexität des Entry/Exit-Systems, weshalb proaktive Lieferantenrisikobewertungen und flexible Ticketregelungen in jedem Mobilitätsprogramm diesen Winter unverzichtbar sind.
Quelle: The New German