
Eine am 23. Oktober veröffentlichte Studie des Refugee Family Reunion Project des King’s College London zeigt, dass Flüchtlinge, die auf DNA-Tests zur Nachweisführung von Verwandtschaft angewiesen sind, mit „undurchsichtigen Anforderungen, uneinheitlichen Laborstandards und untragbaren Kosten“ konfrontiert sind. Die Analyse von 180 Fallakten und 25 Interviews mit Fachkräften ergab, dass sieben Länder – Indien, Nigeria, Pakistan, Bangladesch, Nepal, Ghana und Sri Lanka – die meisten Ablehnungen bei angeforderten DNA-Tests ausmachen. Obwohl die Richtlinie des Innenministeriums besagt, dass Tests freiwillig sind, wird von Fallbearbeitern häufig angedeutet, dass Antragsteller, die ablehnen, abgelehnt werden. Nur 12 Labore sind vom Justizministerium akkreditiert, dennoch werben 23 Anbieter mit DNA-Tests für Einwanderungszwecke, einige lagern Proben ins Ausland aus und verletzen dabei die Nachverfolgbarkeitsregeln. Die Studie warnt zudem, dass Standard-Vaterschaftstests für Geschwister- oder Großelternbeziehungen ungeeignet sind und zu Fehlinterpretationen führen können. Zu den Empfehlungen gehören klarere Vorgaben des Innenministeriums, öffentlich zugängliche Anbieterregister, Finanzierung durch Prozesskostenhilfe, wenn Tests faktisch verpflichtend sind, sowie ein Praxisleitfaden, der erklärt, wann mitochondriale, Y-Chromosomen- oder autosomale Tests sinnvoll sind. Der Bericht erscheint vor dem Hintergrund, dass Minister die Familiennachzugsregeln im Vorfeld eines neuen Einwanderungsgesetzes, das Anfang 2027 erwartet wird, überprüfen. Für Arbeitgeber sind die Ergebnisse indirekt relevant: Verzögerungen bei der Familienzusammenführung können das Wohlbefinden und die Bindung von geflüchteten Mitarbeitenden beeinträchtigen. Personalabteilungen sollten wissen, dass alternative Dokumente oft ausreichen und Mitarbeitende vor DNA-Kosten an akkreditierte Rechtsberater verweisen.
Quelle: King’s College London
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