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Andalusien wirft Madrid Geheimniskrämerei beim Steuerabkommen über Gibraltar vor und warnt vor Folgen für Grenzgänger

Nov. 3, 2025
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Andalusien wirft Madrid Geheimniskrämerei beim Steuerabkommen über Gibraltar vor und warnt vor Folgen für Grenzgänger
Die Spannungen an der südlichen Grenze Spaniens flammten am 2. November erneut auf, nachdem Andalusiens Minister für Tourismus und Außenbeziehungen, Arturo Bernal, die Zentralregierung wegen „Intransparenz“ in den laufenden Verhandlungen mit Großbritannien über den künftigen fiskalischen Status Gibraltars scharf kritisierte. In Sevilla erklärte Bernal, dass Madrid die Regionalregierung von Gesprächen ausgeschlossen habe, die direkt mehr als 15.000 spanische Pendler betreffen, die täglich die „Verja“ überqueren, um im britischen Überseegebiet zu arbeiten.

Das noch nicht abgeschlossene Abkommen – das die nach dem Brexit verlorenen EU-Rahmenbedingungen ersetzen soll – umfasst Unternehmensbesteuerung, Koordinierung der Sozialversicherung und die Behandlung von in Spanien ansässigen Fernarbeitern. Bernal warnte, dass die fehlende Klarheit bei Quellensteuerregelungen und Doppelbesteuerungsentlastungen bereits die Lohnabrechnung andalusischer KMU erschwere, die Mitarbeiter in Gibraltars boomenden Online-Gaming- und Fintech-Sektoren einsetzen. Zudem befürchtet er einen „Wettlauf nach unten“ bei der Unternehmenssteuer, der Investitionen in den angrenzenden Gemeinden des Campo de Gibraltar, die mit 28 % die höchste Arbeitslosenquote Spaniens aufweisen, abziehen könnte.

Andalusien wirft Madrid Geheimniskrämerei beim Steuerabkommen über Gibraltar vor und warnt vor Folgen für Grenzgänger


Für Manager im Bereich globale Mobilität verdeutlicht der Vorfall die regulatorische Grauzone, die seit dem EU-Austritt Großbritanniens 2020 besteht. Arbeitnehmer, die in Spanien wohnen, aber Verträge in Gibraltar haben, sehen sich derzeit mit doppelten Meldepflichten und eingeschränktem Zugang zu spanischen Sozialleistungen konfrontiert. Steuerberater betonen, dass das neue Abkommen klar regeln muss, welche Jurisdiktion das Besteuerungsrecht für Einkommen hat, das teilweise in beiden Gebieten erzielt wird, und wie Sozialversicherungsbeiträge zusammengefasst werden.

Die Nichtbeteiligung der Regionalbehörden könnte auch die Umsetzung erschweren. Die Junta de Andalucía kontrolliert regionale Arbeitsämter und Berufsausbildungsfonds, die viele in Gibraltar ansässige Unternehmen für die Weiterbildung spanischer Mitarbeiter nutzen. Bernal deutete an, dass die Junta eigene Bedingungen für grenzüberschreitende Lizenzen festlegen könnte, falls Madrid ein als nachteilig empfundenes Abkommen unterzeichnet.

Bis zur Veröffentlichung des Textes sollten Unternehmen mit Mitarbeitern, die zwischen Algeciras, La Línea und Gibraltar pendeln, eine vorsichtige Steuerabführung beibehalten, ihre Risiken bezüglich Betriebsstätten prüfen und mögliche Änderungen bei den Pendlerpässen an der Grenze einkalkulieren – insbesondere, wenn das EU-Einreise-/Ausreisesystem 2026 verpflichtend wird.
Quelle: Europa Press

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