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Österreich setzt auf mobile Grenzpolizei statt fester Kontrollstellen und verlängert Schengen-Kontrollen um weitere sechs Monate

Dez. 14, 2025
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Österreich setzt auf mobile Grenzpolizei statt fester Kontrollstellen und verlängert Schengen-Kontrollen um weitere sechs Monate
Innenminister Gerhard Karner stellte am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien die größte Reform des österreichischen Grenzmanagements seit 2015 vor. Ab sofort wird die Bundespolizei viele der bekannten statischen Kontrollstellen an den Autobahnen zu Ungarn, Slowenien, der Slowakei und Tschechien zurückfahren. Stattdessen patrouillieren gemischte Teams aus Polizei und Militär auf einem bis zu 30 Kilometer breiten Streifen im Grenzgebiet, unterstützt von Drohnen, Hubschraubern und Wärmebildkameras.

Karner begründete die Umstellung mit einem „massiven Rückgang“ bei irregulären Grenzübertritten – von fast 15.000 im Oktober 2022 auf unter 200 im Oktober 2025 – und versprach „mehr Flexibilität, kürzere Wartezeiten für den Warenverkehr und Pendler sowie einen stärkeren Fokus auf Schmuggler statt Touristen“. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner bestätigte, dass die Truppenstärke an der Grenze von derzeit rund 510 Soldaten reduziert wird, betonte aber, dass bei einem Anstieg der Grenzbewegungen schnell nachgesteuert werden kann.

Österreich setzt auf mobile Grenzpolizei statt fester Kontrollstellen und verlängert Schengen-Kontrollen um weitere sechs Monate


Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Die Oppositionspartei FPÖ bezeichnete den Plan als „PR-Gag“, der neue Lücken öffnen könnte, während die Burgenländischen Sozialdemokraten warnten, dass die regionale Polizei überfordert sein könnte, falls Schmuggler ihre Routen ändern. Wirtschaftsverbände begrüßten hingegen die Aussicht auf schnellere Grenzübertritte; der Österreichische Logistikverband schätzt, dass ein einzelner Sattelzug derzeit bis zu 45 Minuten am Grenzübergang Nickelsdorf verliert.

Obwohl sich die Kontrollarchitektur ändert, stellte Karner klar, dass die rechtlichen Maßnahmen bestehen bleiben: Alle vier Schengen-Binnengrenzen bleiben bis mindestens Juni 2026 unter den Ausnahmeregelungen des Artikels 25a. Das Innenministerium hat die Europäische Kommission bereits über die Verlängerung informiert. Karner argumentierte, dass auch andere Mitgliedstaaten wie Deutschland und Italien ihre temporären Kontrollen aufrechterhalten, weshalb Wiens Entscheidung verhältnismäßig sei.

Für Unternehmen, die Personal oder Waren durch Mitteleuropa transportieren, bedeutet das eine doppelte Botschaft: Weniger Staus an den traditionellen Kontrollstellen, aber mit unangekündigten Kontrollen weiter im Landesinneren ist zu rechnen. Fuhrparkleiter sollten ihre Fahrer auf die erforderlichen Dokumente hinweisen und mögliche mobile Kontrollen in die Planung einbeziehen. Auch im Auto reisende Expatriates sollten stets ihre Aufenthaltsgenehmigung mitführen, da die Ausweiskontrollen künftig nicht mehr nur direkt an der Grenze stattfinden.
Quelle: The International

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