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Gericht in der Toskana verschärft Beweisanforderungen bei Einbürgerungsanträgen nach zehn Jahren

Jan. 19, 2026
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Gericht in der Toskana verschärft Beweisanforderungen bei Einbürgerungsanträgen nach zehn Jahren
In einem wegweisenden Urteil vom 15. Januar, veröffentlicht am 17. Januar, entschied das Regionalverwaltungsgericht (TAR) der Toskana, dass für die Erfüllung der 10-jährigen Wohnsitzanforderung zur italienischen Einbürgerung nur eine durchgehende Anmeldung im Melderegister (Anagrafe) einer Gemeinde zählt. Arbeitsverträge, Stromrechnungen und Steuerzahlungen – die zuvor von einigen Präfekturen akzeptiert wurden – reichen künftig nicht mehr aus.

Die Einbürgerung nach italienischem Recht (Gesetz 91/1992) setzt einen zehnjährigen „legalen Wohnsitz“ voraus. Die Praxis der Präfekturen war bisher uneinheitlich, manche akzeptierten durchgehende Sozialversicherungsbeiträge als Nachweis. Das neue Urteil bringt die Rechtsprechung in Einklang mit den Innenministeriums-Rundschreiben von 2024, die den Status im Melderegister priorisieren, und schafft damit einen landesweiten De-facto-Standard – sofern kein höheres Gericht das Urteil aufhebt.

Gericht in der Toskana verschärft Beweisanforderungen bei Einbürgerungsanträgen nach zehn Jahren


Die unmittelbaren Folgen betreffen Tausende laufende Anträge, die auf alternativen Nachweisen basieren. Mobility-Teams, die Langzeitentsandte betreuen, sollten die Wohnsitznachweise prüfen und bei Lücken die Mitarbeiter dabei unterstützen, die Anmeldung im Melderegister vor Antragstellung zu vervollständigen. Andernfalls droht eine Rücksetzung der 10-Jahres-Frist, was die Einbürgerungsfähigkeit und die damit verbundenen Freizügigkeitsrechte innerhalb der EU verzögern kann.

Praktische Maßnahmen zur Einhaltung der Vorgaben sind: Neuankömmlinge müssen sich innerhalb von 90 Tagen nach Ankunft im Rathaus anmelden; ein abgestempeltes „certificato storico di residenza“ sollte archiviert werden; und wo möglich, sollten rückwirkende Erklärungen der Gemeinden eingeholt werden. Unternehmen sollten zudem zusätzliche Rechtskosten und längere Vorlaufzeiten für den Fall eines Einspruchs beim Staatsrat einplanen.

Während Einwanderungsanwälte mit weiteren Rechtsstreitigkeiten rechnen, ist davon auszugehen, dass Präfekturen in ganz Italien den strengeren Standard sofort übernehmen. Eine lückenlose Anmeldung im Melderegister wird somit zum unverzichtbaren Bestandteil jeder langfristigen Mobilitätsstrategie.
Quelle: VisaHQ Global Mobility News

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