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Verfassungsrat kippt zentrale Bestimmungen des französischen Einwanderungsgesetzes

Feb. 9, 2026
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Verfassungsrat kippt zentrale Bestimmungen des französischen Einwanderungsgesetzes
In einer am Sonntag, den 8. Februar 2026, veröffentlichten Entscheidung hat der französische Conseil constitutionnel mehr als ein Drittel der Artikel im zentralen Einwanderungsgesetz der Regierung kassiert. Damit wurden Maßnahmen, die den Zugang zu Sozialleistungen, Familienzusammenführung und Studentenvisa verschärfen sollten, erheblich abgeschwächt. 32 Klauseln wurden als „cavaliers législatifs“ – also als Bestimmungen, die keinen Bezug zum Kernzweck des Gesetzes haben – abgelehnt, während drei weitere ganz oder teilweise aus verfassungsrechtlichen Gründen aufgehoben wurden.

Zu den Verlierern zählt unter anderem ein Plan, eine rückzahlbare „Rückkehrkaution“ für ausländische Studierende einzuführen, strengere Einkommensgrenzen für Familienzusammenführungen sowie parlamentarische Quoten für die jährliche Einwanderung. Der Conseil erklärte zudem eine neue Straftat der unerlaubten Aufenthaltsdauer für ungültig, die Kritiker als Kriminalisierung von Migranten ohne Aufenthaltsstatus bezeichnet hatten.

Verfassungsrat kippt zentrale Bestimmungen des französischen Einwanderungsgesetzes


Für Arbeitgeber und Mobility-Teams bedeutet das Urteil eine Entlastung von zahlreichen sofortigen Compliance-Problemen. Personalverantwortliche hatten befürchtet, dass die Kautionsregel Talente aus Schwellenländern abschrecken und Quoten innerbetriebliche Versetzungen erschweren könnten. Die Entscheidung sichert vorerst die Gültigkeit der bestehenden Verfahren nach dem Code de l’entrée et du séjour des étrangers (CESEDA), zumindest bis die Regierung den Gesetzestext überarbeitet.

Politisch ist der Rückschlag erheblich. Präsident Macrons Mitte hatte das Gesetz bereits verwässert, um die Unterstützung der Rechten zu gewinnen; nun muss Innenminister und neue Justizminister Gérald Darmanin entscheiden, ob er die umstrittenen Artikel erneut vorlegt oder auf Verwaltungsverordnungen setzt. Oppositionsparteien feiern den Erfolg, während Wirtschaftsverbände die rechtliche Klarheit begrüßen.

Praktisch bedeutet das: Unternehmen, die 2026 Personal einstellen wollen, können nach den aktuellen Regeln vorgehen, sollten aber auf engere Verordnungen zu Sprachtests und Strafgebühren bei Überschreitung der Aufenthaltsdauer achten – zwei Bereiche, die der Conseil weitgehend unangetastet ließ. Rechtsexperten empfehlen, ab dem 1. März mit höheren Bearbeitungsgebühren zu rechnen, wenn eine separate Finanzgesetz-Zuschlagsregelung für Aufenthaltstitel in Kraft tritt.
Quelle: Tunisie Direct

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