
In einer offenen Ablehnung der bundesstaatlichen Einwanderungsbehörde haben demokratische Abgeordnete in New Jersey am 22. Februar 2026 den „Gesetzentwurf zur Bekämpfung rechtswidrigen Handelns und zur Stärkung von Individuen und Gemeinschaften“ eingereicht – sofort als „F*** ICE Act“ bekannt geworden. Der Entwurf würde den Bewohnern des Bundesstaates das Recht einräumen, Immigration and Customs Enforcement (ICE)-Beamte wegen angeblicher Verfassungsverstöße bei Razzien oder Straßenkontrollen privat zu verklagen – ein Recht, das derzeit nur vor Bundesgerichten besteht. Die Initiatoren, Abgeordnete Katie Brennan und der ehemalige Bürgermeister von Hoboken, Ravi Bhalla, erklärten, das Gesetz solle sogenannte „rechtswidrige Massenverhaftungen“ verhindern, die unter Präsident Trumps Anweisungen zur Massenabschiebung stark zugenommen hätten. Der Vorschlag ist Teil eines umfassenderen Sanctuary-2.0-Pakets, das ICE zudem verbietet, ohne richterlichen Durchsuchungsbefehl nicht-öffentliche Bereiche staatlicher Einrichtungen zu betreten, und ein landesweites Portal einrichtet, über das Bürger Videos von Vollzugsmaßnahmen hochladen können. Fachanwälte für Einwanderungsrecht im Geschäftsbereich weisen darauf hin, dass das Gesetz, falls es verabschiedet wird, Bundesbeamte – und damit die Bundesregierung – erheblichen zivilrechtlichen Schadenersatzforderungen aussetzen könnte, was die Arbeitsinspektionen an Arbeitsplätzen in New Jersey erschweren würde. Unternehmensjuristen mehrerer Pharma- und Fintech-Unternehmen teilten Global Mobility News mit, dass sie prüfen, ob sie „Know-Your-Rights“-Schulungen, die bisher für ausländische Mitarbeiter angeboten wurden, auch auf US-amerikanische Angestellte ausweiten sollten, die ICE-Aktivitäten filmen könnten. Republikanische Abgeordnete kritisierten den Gesetzentwurf als „radikales Schaulaufen“, während der National ICE Council warnte, das Gesetz könne rechtmäßige Vollzugsmaßnahmen lähmen. Rechtsexperten gehen davon aus, dass ein vom Bundesstaat geschaffenes Schadenersatzrecht sofort verfassungsrechtlich wegen des Supremacy Clause angefochten wird, was einen Präzedenzfall schaffen könnte, der bis zum Obersten Gerichtshof gelangt.
Quelle: Yahoo News