
Fachleute für globale Mobilität trafen sich am 26. und 27. Februar 2026 in Krakau zur Konferenz „The ParadiGM Shift“, die gemeinsam von Fragomen und der Association of International Lawyers for Immigration veranstaltet wurde. Am Abschlusstag leitete die Warschauer Partnerin Karolina Schiffter eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Wenn Welten aufeinandertreffen“, in der untersucht wurde, wie polnische Arbeitsvorschriften häufig mit EU-weiten Einwanderungsregeln kollidieren, wenn multinationale Unternehmen Mitarbeiter rotieren. Die Diskussionsteilnehmer nannten als Beispiel die 12-monatige Sperrfrist für Leiharbeitnehmer in Polen, die unbeabsichtigt gegen EU-Vorschriften zur Gleichbehandlung entsandter Arbeitnehmer verstoßen kann, wenn sie nicht sorgfältig mit der Gültigkeit des nationalen Visums Typ D abgestimmt wird. Die Referenten rieten Personalverantwortlichen, jede Entsendung sowohl anhand des Arbeitsgesetzbuchs als auch des Ausländergesetzes zu prüfen, anstatt sich auf eine einzige Compliance-Checkliste zu verlassen. Die Konferenz präsentierte zudem digitale Compliance-Tools, die das neue, auf der PESEL-Nummer basierende Trusted Profile Polens mit den Portalen für elektronische Aufenthaltstitel verknüpfen und Unternehmen so ermöglichen, Fristen für Verlängerungen automatisch zu überwachen. Pilotanwender berichteten von einer 30 %igen Reduzierung von Überschreitungen bei der Gültigkeit von Genehmigungen – eine Zahl, die Arbeitgeber interessieren dürfte, die nach Einwanderungskontrollen durch die Woiwodschaftsämter mit hohen Bußgeldern rechnen müssen. Die Teilnehmer erhielten zudem ein Arbeitsbuch mit polnischen Fallstudien, darunter Strategien zur kurzfristigen Entsendung von Ingenieuren aus Nicht-EU-Staaten, ohne den vollständigen Arbeitsmarkttest auszulösen – ein zentrales Thema für Technologieunternehmen, die im Innovationskorridor Krakau–Kattowitz expandieren.
Quelle: Fragomen