
Als das Kreuzfahrtschiff MSC Euribia unerwartet zur Opfer der Sicherheitskrise im Golf wurde und fünf Nächte im Hafen von Dubai, Port Rashid, festliegen musste, standen Hunderte italienische Passagiere vor ablaufenden Visa, stornierten Rückflugtickets und ohne realistische Landalternativen. Am 5. März kündigte MSC einen sofortigen Lufttransport an: fünf Charterflüge mit Großraumflugzeugen nach Rom-Fiumicino und Mailand-Malpensa, wobei der erste Flug kurz nach Mitternacht Ortszeit startete. Die Aktion, in Zusammenarbeit mit Emirates und der italienischen Luftfahrtbehörde (ENAC) organisiert, zeigt, wie Kreuzfahrtgesellschaften zunehmend die Verantwortung für die gesamte Reise übernehmen müssen – nicht nur für den maritimen Teil. MSC richtete Check-in-Schalter direkt am Pier ein, damit Einreiseformalitäten und Gepäckkontrollen vor dem Einstieg in die Busse zum privaten Jet-Terminal von DXB erledigt werden konnten. So blieben die Passagiere von den stark überlasteten kommerziellen Terminals fern, in denen der reguläre Flugverkehr weiterhin stark gestört ist. Die italienische Grenzpolizei prüfte die Passagierlisten vorab, um die Charterankünfte über spezielle Kontrollspuren am Terminal 5 in Fiumicino zu leiten. Gleichzeitig gewährte die Einwanderungsbehörde von Dubai eine eintägige Visaverlängerung für den unerwarteten Zwischenstopp und verzichtete auf Bußgelder für Überziehungen – ein wichtiges Signal für Gruppenreiseveranstalter. Für globale Mobilitätsmanager ist der Fall eine Erinnerung daran, dass Freizeitreisen plötzlich zu einer Fürsorgepflicht für Arbeitgeber werden können, wenn Mitarbeiter Urlaub mit anschließenden Dienstreisen kombinieren. Versicherungsexperten raten, die Firmenreisepolicen dahingehend zu prüfen, ob Kreuzfahrtabschnitte und „Reiseunterbrechungs“-Klauseln bei regionalen Konflikten abgedeckt sind. Unternehmen mit rotierenden Mitarbeitern, die während der Crew-Wechsel im Nahen Osten Kreuzfahrten antreten, sollten zudem Pufferzeiten einplanen und flexible Flugkontingente bei mehreren Airlines vorhalten. Für die Zukunft kündigte MSC an, von allen Passagieren auf Golf-Routen eine erreichbare Handynummer zu verlangen und die Registrierung im italienischen Reisendenportal „Dove Siamo Nel Mondo“ verpflichtend zu machen – eine Praxis, die für Geschäfts-Expatriates längst Standard ist, im Freizeitmarkt jedoch neu.
Quelle: ANSA – Sardegna Bureau
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