
Ein zweiter Evakuierungsflug des Foreign, Commonwealth & Development Office (FCDO) mit Menschen, die vor dem eskalierenden US-Iran-Konflikt fliehen, landete am 8. März um 00:30 Uhr GMT in London Gatwick. Die Titan Airways A321 startete in Maskat, Oman, mit einem kurzen technischen Zwischenstopp in Kairo und brachte rund 240 britische Staatsbürger zurück. Damit steigt die Gesamtzahl der in dieser Woche zurückgeholten Personen auf über 6.700. Vorrangige Plätze erhielten Familien mit kleinen Kindern, medizinische Notfälle und Geschäftsreisende, deren Arbeitgeber Krisenprotokolle aktiviert hatten. Viele Passagiere waren ursprünglich im Urlaub oder auf kurzfristigen Einsätzen in den VAE, Katar und Bahrain, fanden sich jedoch gestrandet wieder, nachdem regionale Fluggesellschaften ihre Flugpläne einschränkten und britische Airlines ihre Routen änderten. Grenzbeamte bearbeiteten die Ankünfte über temporäre e-Gate-Spuren im Südtterminal von Gatwick. Behörden bestätigten, dass Evakuierte mit abgelaufenen britischen Pässen gemäß Paragraph 1(3) des Einwanderungsgesetzes von 1971 eingelassen wurden, rieten jedoch, die Dokumente vor Weiterreisen zu erneuern. Das Innenministerium stellte zusätzliche biometrische Erfassungskioske bereit, damit Inhaber abgelaufener BRPs vor Ort Notfall-eVisas erstellen können. Geschäftsreisemanager begrüßten die Aktion, warnten jedoch vor anhaltenden Störungen. „Mehrere Öl- und Gasunternehmen haben 90-Tage-Rotationspersonal in Doha feststecken, weil Ersatzcrews keine Versicherung bekommen“, erklärte Sarah Lowe von HRG Travel. Auch Spediteure berichten von Kapazitätsengpässen, da Evakuierungscharter Frachtkapazitäten in Flugzeugbäuchen verdrängen. Das FCDO kündigte weitere Flüge „solange die Nachfrage besteht“ an und forderte verbleibende britische Staatsbürger in der Region auf, sich über den ‚Locate‘-Service zu registrieren. Kommerzielle Fluggesellschaften werden ungenutzte Rückflugtickets nach Aufhebung der Beschränkungen anerkennen, doch Analysten schätzen, dass Ad-hoc-Rückholaktionen die Regierung bis zu 15 Millionen Pfund kosten könnten, falls die Krise andauert.
Quelle: The Independent