
Belgien erwachte am Montag, den 9. März 2026, zum Beginn eines dreitägigen Streiks im Schienennetz. Die sozialistische Eisenbahngewerkschaft ACOD/CGSP hat zu einem 72-stündigen Ausstand aufgerufen, um gegen die Renten- und Personalreformen der Bundesregierung zu protestieren. Laut dem nationalen Betreiber SNCB/NMBS konnten nur sieben von zehn InterCity-Zügen (IC) zwischen den Großstädten verkehren, während etwa die Hälfte der lokalen „L“- und Vorortzüge „S“ sowie nur wenige der Stoßzeitenzüge „P“ fuhren. Internationale Thalys-, Eurostar- und ICE-Verbindungen wurden zwar aufrechterhalten, jedoch mit geänderten Fahrplänen und reduzierter Sitzplatzkapazität. Frachtunternehmen mussten zeitkritische Sendungen auf Straßen- oder Binnenschifffahrtswege umleiten, was die Transportzeiten von Tür zu Tür um 24 bis 48 Stunden verlängert. Geschäftsreisende waren besonders betroffen: Der wichtigste Bahnknotenpunkt Brüssels – mit den Bahnhöfen Nord, Zentral und Midi – war bereits am Wochenende wegen lang geplanter Gleisarbeiten teilweise gesperrt, sodass kaum Alternativen blieben. Die SNCB rief die Fahrgäste dazu auf, den Reiseplaner im Laufe der Woche regelmäßig zu konsultieren, da sich die Auswirkungen des Streiks „zug um zug“ ändern würden. Zudem erinnerte der Betreiber Unternehmen an die nach dem Streik im Januar eingeführte Sammelrückerstattungsoption, mit der Firmenreisemanager Ticketänderungen gebündelt abwickeln können. Der Bahnstreik ist der Auftakt zu einer breiteren Welle von Arbeitskämpfen. Am Donnerstag, den 12. März, wird in Brüssel eine landesweite Demonstration stattfinden, die von allen drei großen Gewerkschaftsbünden unterstützt wird und voraussichtlich den öffentlichen Nahverkehr im ganzen Land, einschließlich Flughäfen und Häfen, lahmlegen wird. Arbeitgeberverbände befürchten bei anhaltenden Streiks in der kommenden Woche einen kumulierten wirtschaftlichen Schaden von bis zu 70 Millionen Euro. Für global mobile Mitarbeiter lautet die praktische Empfehlung: Vermeiden Sie Bahnreisen innerhalb Belgiens mindestens bis Donnerstagabend, nutzen Sie nach Möglichkeit Mietwagen oder Busverbindungen und planen Sie großzügige Zeitpuffer für Flug- oder Eurostar-Anschlüsse ein. Multinationale Unternehmen mit Pendlern in Brüssel und Antwerpen raten zu Homeoffice oder Übernachtungen in Bürosnähe, bis der reguläre Fahrplan wieder gilt.