
ROM — Am Sonntag, dem 22. März 2026, öffneten in ganz Italien um 7 Uhr morgens die Wahllokale für ein zweitägiges Bestätigungsreferendum, das über eine umfassende Verfassungsreform der Justiz entscheiden wird. Obwohl die Abstimmung formal die Trennung der Karrieren von Richtern und Staatsanwälten betrifft, hat sie sich zu einer Vertrauensabstimmung mit hoher Brisanz für die rechtsgerichtete Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni entwickelt – insbesondere wegen ihres harten Kurses in der Migrationspolitik. Nach Angaben des Innenministeriums lag die Wahlbeteiligung nach den ersten zwölf Stunden bei 38 Prozent, eine für eine technische Verfassungsabstimmung ungewöhnlich hohe Quote, so Experten. Meloni argumentiert, eine „der Exekutive feindlich gesinnte“ Justiz habe wiederholt ihre Pläne zur Kontrolle der irregulären Migration blockiert, zuletzt das umstrittene Vorhaben, einige Asylbewerber in einem eigens errichteten Abschiebezentrum im benachbarten Albanien zu bearbeiten. Kabinettsmitglieder machen öffentlich die Staatsanwaltschaften verantwortlich für die Blockade von Überstellungen und die Freilassung von Migranten, die gegen Haftbefehle klagen – Vorwürfe, die von den Richtergewerkschaften als politische Einschüchterung zurückgewiesen werden. Für Italiens weitverzweigte Diaspora – die weltweit zweitgrößte nach Indien – hat das Referendum ebenfalls große Bedeutung. Über 5 Millionen im Ausland lebende Wahlberechtigte mussten ihre Briefwahlunterlagen bis zum 14. März an die örtlichen Konsulate zurücksenden. Mobility-Manager in Unternehmen raten italienischen Entsandten, ihre Registrierung im AIRE-Register (Anmeldung italienischer Staatsbürger im Ausland) zu überprüfen, nachdem mehrere Botschaften, darunter in New York und São Paulo, Postverzögerungen meldeten, die Tausende Stimmen ungültig machen könnten. Wird die Reform angenommen, soll der Oberste Rat der Justiz (CSM) in zwei Gremien aufgeteilt, separate Karrierewege eingeführt und die disziplinarische Kontrolle verschärft werden. Befürworter versprechen sich davon weniger Interessenkonflikte und schnellere Strafverfahren – ein häufig geäußerter Kritikpunkt ausländischer Investoren. Kritiker warnen hingegen vor einer Politisierung der Richterbank und einer Gefährdung der richterlichen Unabhängigkeit – eine Sorge, die auch die Europäische Kommission teilt. Sie erinnerte Rom letzte Woche daran, dass die Rechtsstaatlichkeitskonditionalität im Extremfall den Zugang zu EU-Mitteln gefährden könnte. Für Akteure der globalen Mobilität wird das Ergebnis des Referendums das regulatorische Umfeld prägen, in dem Arbeitsgenehmigungsablehnungen, Haftbefehle und Abschiebungen gerichtlich angefochten werden. Ein „Ja“-Sieg würde die Regierung wahrscheinlich ermutigen, das Abkommen mit Albanien voranzutreiben und einen Entwurf für ein Dekret umzusetzen, das Arbeitgeber bei gescheiterten Rückführungen mitverantwortlich macht. Ein „Nein“ hingegen könnte die Migrationsagenda ausbremsen und Kabinettsumbildungen auslösen – was gerade jetzt, wo Unternehmen ihre Sommerentsendungen planen, neue Unsicherheiten schafft.
Quelle: Associated Press / Le Monde
Wie VisaHQ helfen kann
VisaHQ vereinfacht die Visumbeantragung für Privatpersonen und Unternehmen. Prüfen Sie die aktuellen Reisebestimmungen, bereiten Sie die erforderlichen Unterlagen vor und verwalten Sie Ihren Antrag online über das VisaHQ-Portal für Italien.Mehr von Italien
Alle anzeigen
Fehler im Buchungssystem von TLScontact verhindert, dass Antragsteller für italienische Visa biometrische Termine erhalten können
Luftraumsperrung im Nahen Osten leitet Golf-Flüge nach Rom um und belastet Italiens Drehkreuzkapazitäten