
Nur wenige Stunden nach der Drohung des Präsidenten bestätigten hochrangige Beamte am Sonntag, dem 22. März, dass ICE-Agenten bereits ab der Frühschicht am 23. März an großen Flughäfen eingesetzt werden. Axios berichtet, dass der Berater des Weißen Hauses für Grenzfragen, Tom Homan, „gerade an dem Plan arbeitet“. Die Agenten sollen Ausgänge überwachen, Ausweise kontrollieren und Streifenfahrten durchführen, damit nicht bezahlte TSA-Mitarbeiter für Röntgenkontrollen abgezogen werden können. Die Regierung hat weder bekannt gegeben, an welchen Flughäfen noch wie viele Agenten eingesetzt werden, noch ob diese vor Ort Einwanderungsfestnahmen durchführen werden. Experten für Luftfahrtsicherheit zeigen sich alarmiert. Der ehemalige TSA-Administrator John Pistole sagte gegenüber Axios, dass das schnelle Einsetzen ungeschulter Mitarbeiter in eine Aufgabe, die normalerweise monatelange Zertifizierungen erfordert, katastrophale Fehler bei der Sicherheitskontrolle zur Folge haben könnte. Gewerkschaftsvertreter warnten zudem, dass die Vermischung der Durchsetzungsaufgaben von ICE mit der Passagierkontrolle Spannungen erhöhen und sogar zu Auseinandersetzungen in ohnehin überfüllten Terminals führen könnte. Für globale Mobilitätsteams verschärft die Ankündigung die operativen Probleme durch den anhaltenden DHS-Shutdown. Langstreckenreisende, die zu Einweisungen oder Kundenterminen anreisen, müssen nun mit längeren Warteschlangen und der Möglichkeit von Einwanderungsbefragungen vor Ort rechnen. Unternehmen, die auf „Trusted Traveler“-Spuren setzen, haben an mehreren Flughäfen bereits den Global Entry-Verlust hinnehmen müssen und müssen nun mit weiteren Verzögerungen in den regulären Kontrollspuren rechnen. Personalverantwortliche sollten Notfallprotokolle für Reiseverzögerungen überprüfen, sicherstellen, dass Mitarbeiter Zugang zu unternehmenseigenen Reise-Risikohotlines haben, und nicht dringende Reisen früh in der Woche möglichst verschieben. Über das unmittelbare Chaos hinaus zeigt der Vorfall, wie tief die Einwanderungspolitik in das Reisesystem eingreift. Anbieter von Reisesoftware warnen, dass die kurzfristige Zusammenführung zweier unterschiedlicher Datensysteme – TSA’s Secure Flight und ICE’s Durchsetzungsdatenbanken – das Risiko von Fehlalarmen und falschen Positivmeldungen erhöht, die legitime Reisende blockieren könnten. Wie ein Regierungsbeauftragter einer Fluggesellschaft sagte: „Die fehlende Klarheit über die Einsatzregeln macht es nahezu unmöglich, realistische Erwartungen an den Kundenservice zu stellen.“ Da die parteiübergreifenden Gespräche weiterhin stocken, drängen Branchenverbände den Kongress, eine eng gefasste Übergangsregelung für TSA-Gehälter zu verabschieden, während umfassendere DHS-Fragen separat verhandelt werden. Ob diese Rettung noch vor Montagmorgen kommt – und ob ICE-Agenten letztlich hinter den Kontrollpunkten stehen werden – wird die Stimmung für die wichtige Reisezeit der Frühlingsferien maßgeblich bestimmen.
Quelle: Axios
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