
Das Nationale Ermittlungsbüro (NBI) bestätigte am 3. April, dass zwischen dem 29. und 31. März mindestens drei unbemannte Luftfahrzeuge – vermutlich ukrainische Kampfdrohnen, die vom Kurs abgekommen sind – im Südosten Finnlands abgestürzt sind. Die Ermittler schließen nicht aus, dass weitere Geräte unbemerkt in den finnischen Luftraum eingedrungen sein könnten. Das NBI, die Grenzpolizei und die Verteidigungskräfte werten die Vorfälle als schwere Gefährdung und Verletzung des Hoheitsgebiets. Forensische Teams haben Triebwerksfragmente und Telemetriemodule geborgen, die zur Analyse an das NATO-Kompetenzzentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme (UAS) in Lettland geschickt werden. Verletzte gab es nicht, die Abstürze ereigneten sich jedoch innerhalb von 30 Kilometern zur Autobahn 6, einer wichtigen Transportachse zum Hafen von Kotka. Für Transportunternehmen und Reiseleiter steht die Risikominderung im Luftverkehr im Vordergrund. Fintraffic Air Navigation Services teilte Daily Finland mit, dass vorübergehend die Mindestflughöhe für zivile Sichtflug-Verkehr (VFR) in Südkarelien angehoben wurde und eine NOTAM herausgegeben wurde, die Drohnenpiloten an strengere Geofencing-Regeln erinnert. Versicherungsmakler von Marsh Finland warnen, dass Policen für Drohnen im Unternehmensgebrauch östlich von Lahti bis zum Abschluss der Ermittlungen mit höheren Prämien rechnen müssen. Der Vorfall entfacht zudem die Debatte um das teilweise umgesetzte finnische Gegen-UAS-Gesetz neu, das der Polizei erlaubt, störende Drohnen zu blockieren oder zu beschlagnahmen, aber noch auf sekundäre Vorschriften zur Datenweitergabe an private Sicherheitsfirmen wartet. Das Parlament wird voraussichtlich die Verordnung vor der geschäftigen Festivalsaison im Sommer beschleunigt verabschieden. Langfristig plant die Grenzpolizei, Radarsysteme zur Echtzeit-Drohnen-Erkennung in ihre neuen Grenzzauntürme zu integrieren – eine Technologie, die mit Mitteln des EU-Innenfonds mitfinanziert wird. Piloten, die zu den Flughäfen Lappeenranta und Savonlinna fliegen, wird empfohlen, die NOTAMs auf aktuelle Informationen zu prüfen.
Quelle: Daily Finland