
Air China hat nach einer sechsjährigen Pause den Direktflug zwischen dem Flughafen Peking Capital und Pjöngjang wieder aufgenommen – allerdings vorerst nur probeweise. Das Luftfahrt-Informationsportal ch-aviation berichtete am 6. April, dass die Fluggesellschaft am 30. März 2026 einen einzigen Flug mit einer Boeing 737-700 durchgeführt hat, danach jedoch keine weiteren Buchungen mehr annahm, da die Nachfrage schwach war. Die Flüge auf der rund 800 Kilometer langen Strecke waren Anfang 2020 aufgrund der Pandemie eingestellt worden. Während Nordkorea 2023 für begrenzte Touristengruppen über die eigene Fluggesellschaft Air Koryo wieder geöffnet wurde, hatten chinesische Airlines bisher Abstand gehalten. Die Wiederaufnahme sollte vor allem den Wechsel von humanitärem Personal und spezialisierten Reiseveranstaltern für sogenannte „Ländersammler“ unterstützen. Allerdings bleiben die Reisebeschränkungen in Nordkorea streng, und die DVRK priorisiert Charterflüge aus Russland. Branchenquellen zufolge buchten weniger als 70 Passagiere den ersten Flug CA 121, was deutlich unter der Auslastung liegt, die für die Wirtschaftlichkeit einer 737 nötig ist. Die Kombination aus geringer Nachfrage, schwankenden Treibstoffpreisen und geopolitischen Risiken veranlasste Air China, den regulären Ticketverkauf vorerst auszusetzen. Für globale Mobilitätsteams zeigt diese Entwicklung, wie fragil der Zugang zu Nordkorea ist. Unternehmen, die chinesische Ingenieure zu gemeinsamen Bergbau- oder Infrastrukturprojekten entsenden, sollten sich auf alternative Landgrenzrouten über Dandong–Sinuiju oder Charterflüge über Shenyang vorbereiten. Reise-Risikomanager müssen zudem ihre Versicherungsbedingungen anpassen, da Standardfirmenpolicen die DVRK oft ausschließen. Die chinesischen Behörden haben die Verkehrsrechte nicht widerrufen, und Analysten gehen davon aus, dass die Strecke zu bedeutenden politischen Jahrestagen als begrenzter Charterflug wieder auftauchen könnte. Bis dahin erinnert die kurze Wiederaufnahme daran, dass Luftverbindungen zwar reaktiviert, aber ebenso schnell wieder eingestellt werden können – abhängig von aktuellen kommerziellen und diplomatischen Erwägungen.
Quelle: ch-aviation