
Das Amt für Ausländer bestätigt, dass das lang erwartete Fallbearbeitungsmodul – besser bekannt unter seinem polnischen Kürzel MOS – am 27. April 2026 landesweit in Betrieb genommen wird. Ab diesem Datum müssen alle Anträge auf vorübergehenden Aufenthalt, Daueraufenthalt und EU-Daueraufenthaltsgenehmigungen elektronisch über das MOS-Portal eingereicht werden; Papieranträge werden abgelehnt. Das Online-System stellt die größte Reform der Einwanderungsverfahren in Polen seit einem Jahrzehnt dar. Antragsteller füllen intelligente Formulare aus, die Daten aus dem nationalen PESEL-Register automatisch vorausfüllen, laden unterstützende Dokumente hoch und zahlen Gebühren elektronisch. Die Woiwodschaftsämter erhalten ein zentrales Dashboard, um zusätzliche Informationen anzufordern und elektronische Vorladungen zu versenden, was die bisherige Flut von persönlichen Terminen und postalischer Korrespondenz ersetzt. Für Arbeitgeber bedeutet die Umstellung eine bessere Übersicht über den Bearbeitungsstatus und standardisierte Bearbeitungszeiten in allen 16 Provinzen Polens. Multinationale Unternehmen, die viele Arbeitserlaubnisse sponsern, testen bereits die API, die das Sammel-Upload von Antragsdaten aus HR-Plattformen ermöglicht. Die Übergangsfrist ist jedoch knapp: Das Amt für Ausländer empfiehlt allen, deren legaler Aufenthalt am oder vor dem 11. Mai 2026 endet (zwei Wochen nach dem Start), Papieranträge spätestens bis zum 26. April einzureichen, um einen illegalen Aufenthalt während der Umstellungsphase zu vermeiden. Global Mobility Manager sollten ihre aktuellen Antragsprozesse jetzt überprüfen. Unvollständige Akten könnten bei fehlerhaftem Upload verworfen werden, und Arbeitgeber haften für Ausländer, die aufgrund verpasster Fristen überziehen. Schulungen (auf Polnisch, Englisch und Ukrainisch), die von mehreren Handelskammern angeboten werden, finden vom 16. bis 22. April statt; die Plätze sind schnell ausgebucht. Die Einführung von MOS bringt Polen in Einklang mit der Digital-Europe-Agenda der EU und soll die durchschnittlichen Bearbeitungszeiten um 30 % verkürzen. Der Erfolg wird von Nachbarstaaten genau beobachtet, die mit papierlastigen Einwanderungssystemen kämpfen.
Quelle: gov.pl – Office for Foreigners
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