
Weniger als 24 Stunden nach der Bekanntgabe des Startdatums für das Case Handling Module (MOS) hat das polnische Amt für Ausländer eine umfangreiche englischsprachige FAQ sowie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung veröffentlicht, die Migranten und Arbeitgeber bei der Nutzung der Plattform unterstützen soll. Das am 12. April veröffentlichte Material führt Nutzer durch die Kontoerstellung, die Anmeldung über das nationale e-ID-Gateway, das Hochladen biometrischer Fotos und das Anhängen von Dokumenten Dritter, wie Arbeitgebererklärungen. Die Anleitung klärt mehrere Unklarheiten: Innerbetriebliche Versetzte (ICT), Langzeit-ICT-Mobilitätsfälle und die meisten Anträge auf Familienzusammenführung können zum Start *nicht* über MOS eingereicht werden und müssen weiterhin in Papierform abgegeben werden. Ebenso müssen Ausländer, die sich auf einen Ehepartner stützen, der EU-Bürger oder Begünstigter des Austrittsabkommens mit dem Vereinigten Königreich ist, weiterhin persönlich vorsprechen. Die Behörden versprechen, dass weitere Genehmigungskategorien in „nachfolgenden Entwicklungsphasen“ online verfügbar sein werden, nennen jedoch keinen Zeitplan. Eine neue Warnung weist auf Dateigrößenbeschränkungen und die Notwendigkeit farbiger Scans jeder Passseite hin. Anträge ohne vom Arbeitgeber unterschriebene Anhänge verfallen automatisch nach 14 Tagen, was die Antragsteller zwingt, von vorne zu beginnen. Die Anleitung listet außerdem die gesetzlichen Gebühren auf (Stempelgebühr von 340–640 PLN plus 100 PLN für die Karte) und erinnert daran, dass Zahlungen hochgeladen werden müssen, bevor das System eine offizielle Quittung (UPO) erstellt. Aus operativer Sicht ist das Dokument für Mobility-Teams in Unternehmen, die ihre Abläufe vor dem 27. April anpassen müssen, von unschätzbarem Wert. Experten empfehlen, die FAQ in die Muttersprache der Mitarbeiter zu übersetzen, Testanträge durchzuführen und am Starttag IT-„War Rooms“ einzurichten, um Anmelde- oder Signaturprobleme schnell zu lösen. Obwohl die Digitalisierung letztlich die Bearbeitung beschleunigen soll, rechnen Praktiker zunächst mit einem Anstieg von Ablehnungen, da Antragsteller die Grenzen des Systems austesten. Unternehmen entwickeln daher Notfallpläne – etwa beschleunigte Schengen-Geschäftsvisa – um Mitarbeiter abzusichern, die ihren Status verlieren könnten, falls MOS-Anträge abgelehnt werden.
Quelle: Office for Foreigners (gov.pl)
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