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Aufsichtsbehörde kritisiert Rückstand bei Aufenthaltskarten, während Frankreich 500 zusätzliche Mitarbeiter für die Präfekturen zusagt

Apr. 16, 2026
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Aufsichtsbehörde kritisiert Rückstand bei Aufenthaltskarten, während Frankreich 500 zusätzliche Mitarbeiter für die Präfekturen zusagt
Der Défenseur des droits in Frankreich – der verfassungsrechtlich unabhängige Ombudsmann für Bürgerrechte – widmete in seinem am 14. April veröffentlichten Jahresbericht 2025 erstmals ein eigenes Kapitel den Schwierigkeiten von Ausländern bei der Verlängerung ihrer Aufenthaltstitel. Laut Daten, die The Connexion vorliegen, stiegen die Beschwerden über die Verlängerung von titre de séjour und die Fehlfunktionen des Online-Portals ANEF im Jahresvergleich um 70 % und machen nun 40 % aller vom Ombudsmann bearbeiteten Fälle aus. Antragsteller berichten, dass sie oft weit über die gesetzlich vorgeschriebenen 90 Tage hinaus warten müssen – teilweise mehr als sechs Monate – ohne den Zwischenbeleg, der ihr Recht auf Arbeit und Sozialleistungen sichert. Technische Probleme führen dazu, dass Nutzer keinen Zugang zu ihren Konten erhalten, während unterbesetzte Präfekturen selten ans Telefon gehen. Die Folgen sind gravierend: Arbeitsplatzverlust, eingefrorene Sozialleistungen und abgesagte Auslandsreisen für mobile Arbeitnehmer und ihre Familien. Innenminister Laurent Nuñez reagierte am selben Tag mit einer Anweisung an die Präfekturen, die durchschnittlichen Bearbeitungszeiten durch die Einstellung von 500 zusätzlichen Mitarbeitern auf 55 Tage zu verkürzen, die Dokumentenlisten zu vereinfachen und automatische Online-Verlängerungen der bestehenden Zwischenbelege für bis zu 12 Monate einzuführen. Zudem ordnete er eine Überprüfung des Authentifizierungsmoduls von ANEF an, das laut Bürgerinitiativen täglich Tausende „404“-Fehler verursacht. Für Arbeitgeber ist die Entwicklung zweischneidig: Der öffentliche Druck könnte Verbesserungen beschleunigen, doch müssen Personalabteilungen vorerst längere Vorlaufzeiten bei der Einsatzplanung einplanen und die Gehaltsabrechnung sicherstellen, wenn Mitarbeiter unverschuldet in einen irregulären Status geraten. Einige Unternehmen prüfen Pilotprojekte für Sammelanträge bei den Präfekturen, ähnlich den Verfahren für saisonale Erntehelfer. Migrationsberater empfehlen Expats, Screenshots von fehlgeschlagenen ANEF-Versuchen zu machen und Einschreiben als Nachverfolgung zu senden, um im Falle von Kontrollen durch Arbeitsinspektoren ihre Sorgfalt nachweisen zu können. Die angekündigten Verlängerungsbelege werden begrüßt, da sie die derzeitige Grauzone verkürzen, in der ausländische Mitarbeiter weder eine gültige Karte noch einen récépissé besitzen.
Quelle: The Connexion

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