
Der staatliche Betreiber Trenitalia rechnet zwischen dem 30. April und 4. Mai mit rund 6,5 Millionen Fahrgästen und hat die größte Kapazitätserweiterung im Frühling aller Zeiten angekündigt. Das Unternehmen setzt doppelt so lange Frecciarossa-Hochgeschwindigkeitszüge ein, bietet zusätzliche InterCity- und InterCity-Night-Verbindungen an und hat das EuroCity-Netz zu den Städten Zürich, Basel, Genf und Bern ausgebaut, um dem Ansturm gerecht zu werden. Die hohe Nachfrage resultiert aus dem italienischen Feiertag am Freitag sowie aus ausländischen Besuchern, die Kunststädte wie Rom, Florenz und Neapel vor der Hauptsaison zu günstigeren Preisen besuchen möchten. Trenitalia berichtet, dass die Buchungen zu Adriaküsten, Sizilien und Trentino-Südtirol bereits über dem Niveau von 2025 liegen, was auf eine starke Reisesaison hindeutet. Für Geschäftsreisende bietet die Kapazitätserweiterung eine attraktive Bahn-Alternative zu möglicherweise gestörten Flügen während des heutigen Generalstreiks. Multinationale Unternehmen ermutigen ihre Mitarbeiter, Kurzstreckenflüge durch Zugreisen zu ersetzen, um Wartezeiten an Flughäfen zu vermeiden und interne Nachhaltigkeitsziele zu erfüllen. Das erweiterte EuroCity-Netz kommt auch Pendlern auf den Strecken Mailand–Zürich und Venedig–Genf zugute. Längere Züge bedeuten jedoch veränderte Zugangslogistik an großen Bahnhöfen. Facility Manager sollten Reisende daran erinnern, die Wagenreihung zu prüfen und mehr Zeit für die Orientierung auf den verlängerten Bahnsteigen einzuplanen – besonders wichtig für Neuankömmlinge mit schwerem Umzugsgut. Trenitalias Strategie steht im Einklang mit dem italienischen Nationalen Mobilitätsplan 2030, der vorsieht, 20 % der inländischen Passagierkilometer vom Straßen- und Luftverkehr auf die Schiene zu verlagern. Für Planer von Geschäftsimmigration könnten Zugtickets daher zunehmend Teil von Entsendepaketen werden, insbesondere bei CO2-Budgets.
Quelle: Corriere della Sera