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Italiens Wettbewerbsbehörde untersucht Booking.com wegen mutmaßlicher Manipulation der Suchergebnisse

Apr. 28, 2026
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Italiens Wettbewerbsbehörde untersucht Booking.com wegen mutmaßlicher Manipulation der Suchergebnisse
Die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM hat eine formelle Untersuchung gegen Booking.com, Europas größte Online-Plattform für Unterkünfte, eingeleitet, nachdem es zu einer Reihe von Durchsuchungen in den Mailänder Büros des Unternehmens gekommen war. Die Ermittler vermuten, dass die „Preferred Partner“ und „Preferred Partner Plus“-Abzeichen – Labels, die Hotels eine bevorzugte Platzierung in den Suchergebnissen sichern – nicht wie beworben aufgrund von Gästebewertungen vergeben werden, sondern vor allem von der Höhe der Kommission abhängen, die das Hotel zu zahlen bereit ist. Die Standardprovisionen bei Booking.com liegen durchschnittlich bei 15 bis 18 Prozent; Hotels in den bevorzugten Kategorien zahlen oft 20 Prozent oder mehr. Aus Sicht der AGCM könnte dieses Vorgehen einen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung gemäß den Artikeln 101 und 102 des EU-Vertrags darstellen. Der niederländische Konzern vermittelt etwa jede zweite Online-Hotelbuchung in Italien, sodass eine Änderung des Algorithmus die Sichtbarkeit von Tausenden kleiner und mittelgroßer italienischer Hotels entscheidend beeinflussen kann. Die Branchenverbände Federalberghi und Confesercenti kritisieren seit langem, dass das undurchsichtige Programm unabhängige Hotels dazu zwingt, sich ihre Platzierung zu erkaufen, andernfalls drohen starke Einbrüche bei der Auslastung. Sollte sich ein Fehlverhalten bestätigen, kann die AGCM Bußgelder von bis zu zehn Prozent des weltweiten Umsatzes verhängen – was Hunderte Millionen Euro bedeuten könnte – und Booking.com zur Umgestaltung seines Ranking-Systems zwingen. Der Fall steht auch im Zusammenhang mit dem neuen Digital Markets Act der EU, der Booking.com als „Gatekeeper“-Plattform einstuft und mehr Transparenz bei der Reihenfolge der Suchergebnisse fordert. Eine parallele Untersuchung durch die Europäische Kommission gilt als wahrscheinlich. Für Manager der Firmenmobilität sind die Einsätze hoch: Hotels mit bevorzugtem Status dominieren oft die oberen Plätze in Suchergebnissen von Buchungstools, die in Unternehmensintranets integriert sind, was die Hotelkosten um zweistellige Prozentsätze in die Höhe treiben kann. Bis zur Klärung des Falls sollten Beschaffungsteams ihre verhandelten Tarifprogramme überprüfen und beobachten, ob Hotels für eine prominente Listung zahlen – eine Ausgabe, die über höhere Übernachtungspreise weitergegeben werden könnte. Die AGCM plant, die Ermittlung bis Ende August abzuschließen; vorläufige Maßnahmen – einschließlich einer möglichen Aussetzung der Abzeichen – könnten jedoch früher ergriffen werden, falls eine unmittelbare Gefahr für den Wettbewerb festgestellt wird.
Quelle: Aviation.Direct

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