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Ryanair fordert Italien auf, neues biometrisches Passsystem zu stoppen; EU lehnt Forderung ab

Mai 1, 2026
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Ryanair fordert Italien auf, neues biometrisches Passsystem zu stoppen; EU lehnt Forderung ab
Die Auseinandersetzung zwischen Europas größter Billigfluggesellschaft und der italienischen Regierung eskalierte am 30. April, als Ryanair ein offizielles Schreiben an Innenminister Matteo Piantedosi richtete und forderte, die Einführung des EU-Ein- und Ausreisesystems (EES) bis zum 1. September auszusetzen. Die irische Airline beklagt, dass an neun wichtigen italienischen Flughäfen – darunter Rom-Fiumicino, Mailand-Malpensa und Venedig – bereits Wartezeiten von ein bis zwei Stunden an der Tagesordnung sind, da biometrische Kioske entweder fehlen oder nicht funktionieren und das Personal der Grenzpolizei nicht aufgestockt wurde. Ryanair warnt, dass sich die Verzögerungen mit dem Sommerreiseverkehr verschärfen werden, was zu verpassten Anschlussflügen und möglichen EU-261-Entschädigungsansprüchen führen könnte, die Fluggesellschaften mit dem Argument abwehren könnten, dass Grenzstaus „außergewöhnliche Umstände“ darstellen. Das Unternehmen verweist auf die jüngste Entscheidung Griechenlands, das EES zu verschieben, als Beleg dafür, dass Mitgliedstaaten rechtlich flexibel sind, das System auszusetzen. Brüssel lehnt die Forderung jedoch strikt ab. Ein Sprecher der Europäischen Kommission betonte, dass das EES im Schengen-Raum „voll funktionsfähig“ sei und die durchschnittliche Abfertigungszeit bei etwa 70 Sekunden liege, mit einigen Grenzübertritten sogar nur 30 Sekunden. Etwaige Restprobleme seien „vorhersehbare Anfangsschwierigkeiten“, die die nationalen Behörden vor Ort lösen müssten. Für Geschäftsreisende schafft der Konflikt sofortige Unsicherheit. Airlines könnten empfehlen, drei Stunden vor Abflug an italienischen Flughäfen einzutreffen, während Reiseverantwortliche die Mitteilungen der Fluggesellschaften zu geänderten Mindestanschlusszeiten genau beobachten sollten. Multinationale Unternehmen, die diesen Sommer Mitarbeiter versetzen, sollten zusätzliche Pufferzeiten für Zwischenstopps einplanen oder Einreisepunkte auf weniger ausgelastete Drehkreuze wie Bologna oder Neapel verlegen. Langfristig unterstreicht der Vorfall die Notwendigkeit einer engeren Abstimmung zwischen Grenzbehörden und Fluggesellschaften, während Europa auf vollständig digitale Grenzen zusteuert – einschließlich des geplanten ETIAS-Reisegenehmigungssystems, das nun für 2027 vorgesehen ist. Praktische Tipps: (1) Mobile Mitarbeiter sollten ihre Fingerabdrücke vorab erfassen lassen, wo lokale Konsulate diesen Service anbieten; (2) Nicht-EU-Entsandte sollten daran erinnert werden, dass die erste EES-Erfassung die Schengen-Uhr neu startet; (3) Echtzeit-Warteschlangen-Apps (Flughafen Fiumicino, SEA Mailand) in die Unternehmensreise-Dashboards integrieren.
Quelle: La Repubblica

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