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Ryanair schließt Basis in Berlin – Gewerkschaften protestieren, neue Sorgen um Arbeitsplatzmobilität

Mai 5, 2026
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Ryanair schließt Basis in Berlin – Gewerkschaften protestieren, neue Sorgen um Arbeitsplatzmobilität
Die Billigfluggesellschaft Ryanair hat ihren Mitarbeitern mitgeteilt, dass sie beabsichtigt, ihre letzte verbliebene deutsche Crew-Basis am Flughafen Berlin Brandenburg diesen Herbst zu schließen. Dieser Schritt würde rund 100 Piloten und 200 Flugbegleiter zwingen, ins Ausland umzuziehen oder mit einer Entlassung rechnen zu müssen. Die Entscheidung, die am 4. Mai vom Branchenportal Aviation.Direct bekannt wurde, stieß sofort auf scharfe Kritik der Pilotenvereinigung Vereinigung Cockpit (VC), die der Airline gewerkschaftsfeindliches Verhalten vorwirft. VC-Präsident Andreas Pinheiro sieht in der Schließung eine Vergeltungsmaßnahme für einen kürzlichen arbeitsgerichtlichen Erfolg, der einen Fünf-Tage-Arbeitsplan mit vier freien Tagen wieder eingeführt hat, und vor allem für Berlins Sonderstellung innerhalb des Netzwerks als einzige deutsche Station mit einem gewählten Betriebsrat. Ryanair argumentiert hingegen, dass die hohen Luftverkehrssteuern und Flughafenentgelte – die 2027 erneut steigen sollen – Berlin unwirtschaftlich machen. Für multinationale Arbeitgeber bedeutet diese Entwicklung kurzfristig erhebliche Herausforderungen bei der Personalmobilität. Die Berliner Basis versorgt derzeit Frühflüge, auf die viele Geschäftsreisende für Tagesmeetings in Mailand, Wien und Kopenhagen angewiesen sind; Kapazitätskürzungen könnten Unternehmen zwingen, auf Lufthansa oder die Kombination aus Bahn und Flug über Frankfurt umzubuchen, was Kosten und Reisezeit erhöht. Mobilitätsteams mit im Ausland stationierten Piloten oder Flugbegleitern in lokalen Verträgen müssen ebenfalls Umzugsangebote oder Abfindungsverhandlungen einplanen, falls Ryanair die Schließung durchsetzt. Die Flughafenbetreiber befürchten Folgewirkungen: BER verzeichnete im April 3,2 Millionen Passagiere und hatte auf den Ryanair-Flugplan gesetzt, um das Vorkrisenniveau bis Jahresende zu erreichen. Das Tourismusministerium des Bundeslandes Brandenburg führt bereits Gespräche mit easyJet und Eurowings, um die verlorene Kapazität vor dem Höhepunkt der Weihnachtsmärkte zu kompensieren. Auf politischer Ebene entfacht der Fall erneut die Debatte darüber, ob Deutschlands Arbeitsrecht Fluggesellschaften ungewollt dazu treibt, Flugzeuge in kostengünstigeren Ländern zu stationieren. Die VC fordert das Bundesverkehrsministerium auf, Schutzmechanismen zu schaffen, die verhindern, dass Basisschließungen zur Untergrabung von Tarifrechten genutzt werden – eine Forderung, die, wenn sie umgesetzt wird, die Anreizstruktur für ausländische Airlines auf dem deutschen Markt grundlegend verändern könnte.
Quelle: Aviation.Direct

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