
Die Vereinigten Arabischen Emirate reagierten in den frühen Morgenstunden des 5. Mai schnell und sperrten große Teile ihres Fluginformationsgebiets (FIR), nachdem iranische Streitkräfte eine neue Welle von ballistischen Raketen- und Marschflugkörperangriffen auf das Land gestartet hatten. Die von der General Civil Aviation Authority (GCAA) herausgegebenen Notices to Airmen (NOTAMs) erklärten die „EMIRATES FIR TEILWEISE GESCHLOSSEN“ und erlaubten Ankünfte und Abflüge nur noch über wenige südliche Ein- und Ausflugspunkte. Den Fluggesellschaften wurde mitgeteilt, dass die Einschränkungen mindestens bis zum 11. Mai in Kraft bleiben, während die Sicherheitsbehörden die sich entwickelnde Bedrohungslage bewerten. Diese Entscheidung hebt die Erklärung der GCAA vom 2. Mai auf, wonach der Luftraum der VAE nach einem monatelangen Kriegsstillstand wieder vollständig geöffnet sei. Tatsächlich mussten Airlines wie Emirates, Etihad, flydubai und Air Arabia dutzende Flüge streichen oder umleiten. Flugdaten zeigten, wie Großraumflugzeuge über Saudi-Arabien warteten und nach Maskat ausweichen mussten, während Luftabwehrsysteme in Abu Dhabi und Dubai anfliegende Raketen abwehrten. Geschäftsreisende sehen sich mit sofortigen Störungen konfrontiert. Mit nur vier genehmigten Luftkorridoren verlängerten sich die durchschnittlichen Flugzeiten zwischen Europa und Asien über den Golf um 40 bis 60 Minuten, was den Treibstoffverbrauch und die Personalkosten in die Höhe treibt. Multinationale Unternehmen mit regionalen Niederlassungen in Dubai fordern ihre reisenden Mitarbeiter auf, zusätzliche Puffertage in ihre Reisepläne einzubauen und Routen zu wählen, die den Luftraum der VAE ganz umgehen. Spediteure berechnen bereits Notfallzuschläge für Kriegsrisiken auf Fracht im Frachtraum. Die plötzliche Sperrung verdeutlicht die Anfälligkeit der Golf-Luftverkehrsanbindung in der aktuellen Sicherheitslage. Noch 48 Stunden zuvor hatten Analysten eine schnelle Erholung der Sitzplatzkapazitäten im Mai prognostiziert; stattdessen schätzt OAG nun eine weitere wöchentliche Reduktion um 15 Prozent. Golf-Airlines fordern von Versicherern Klarheit über den Versicherungsschutz bei Kriegsrisiken, während Finanzabteilungen sich auf Schwankungen bei den Vorausbuchungen einstellen. Für Mobility-Manager lautet die wichtigste Erkenntnis: Vorbereitung ist entscheidend. Arbeitgeber sollten 1) alternative Routen über Doha oder Riad prüfen, 2) teurere und längere Tickets vorab genehmigen und 3) ihre Mitarbeiter daran erinnern, dass in den VAE ausgestellte Aufenthaltsvisa auch dann gültig bleiben, wenn Flüge zunächst über Oman oder Saudi-Arabien ankommen und die Weiterreise per Land erfolgt. Da die NOTAM-Regelung mindestens bis zum 11. Mai gilt, bleibt eine sorgfältige Notfallplanung in der kommenden Woche unerlässlich.
Quelle: Reuters / Bloomberg
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