
Der langanhaltende Poststreik in Belgien trat am 4. Mai in eine neue Phase ein, als das Logistikunternehmen Bpost erstmals seit Beginn der Ausstände Ende März keine aktiven Blockaden mehr meldete. Alle 11 Verteilzentren – darunter die wichtigen Knotenpunkte in Brüssel und Lüttich, die sichere Dokumente bearbeiten – wurden wieder geöffnet. Dennoch führen gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter in Brüssel und Wallonien weiterhin selektive Arbeitsniederlegungen durch. Für globale Mobilitätsteams hat der Streik erhebliche Folgen. Tausende biometrische Aufenthaltstitel, erneuerte Reisepässe und Kfz-Kennzeichen stapelten sich in verschlossenen Depots und konnten während der Blockade nicht zugestellt werden. Bpost-Sprecher Mathieu Goedefroy erklärte, dass das Unternehmen vorrangig Einschreiben und sichere Sendungen bearbeitet, warnte jedoch, dass es „mindestens zehn Tage“ dauern werde, um den Rückstau abzubauen. Arbeitgeber, die auf Karten für Nicht-EU-Beschäftigte warten, sollten mit Verzögerungen beim Onboarding rechnen. Einwanderungsanwälte empfehlen, die vorübergehende Aufenthaltsbescheinigung „Anhang 15“ zu nutzen oder auslaufende A-Karten, wenn möglich, zu verlängern, um die Compliance der Mitarbeiter während der Transitzeit der physischen Dokumente sicherzustellen. Das am 5. Mai gestartete One-Stop-Portal „Arbeiten in Belgien“ kann Antragsbestätigungen generieren, die als Nachweis für vorläufige Arbeitserlaubnisse dienen. Die Verhandlungen über die Kernstreitfrage, die Abendzustellung, haben noch keine Einigung gebracht. Die Gespräche werden am 6. Mai fortgesetzt; weitere Streikmaßnahmen sind möglich, falls das Management an den Zeitplanänderungen festhält. Unternehmen, die auf Bpost für den Versand wichtiger Dokumente angewiesen sind, wird daher empfohlen, alternative Kurierdienste zu nutzen und die Abholung von Pässen bei Botschaften oder persönlich in Betracht zu ziehen, bis die Lage stabil ist. Der Vorfall verdeutlicht einen übergeordneten Risikotrend: Logistische Engpässe wie Postdepots können erhebliche Auswirkungen auf die Einhaltung von Einwanderungsbestimmungen haben. Führungskräfte im Bereich Mobilität sollten Lieferketten für Dokumente genau analysieren, Pufferzeiten in die Einsatzplanung einbauen und alternative Zustellwege vorhalten.
Quelle: The Brussels Times